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16.01.2007

10:09 Uhr

Kanada

Deutsche Firmen verteilen kräftige Finanzspritzen

Die Investitionen ausländischer Unternehmen in Kanada sind 2006 im zweistelligen Bereich gestiegen. Damit zeigen sie sich zuversichtlicher als die kanadischen Firmen, deren Investitionsvolumen im selben Jahr nur im einstelligen Bereich zugelegt hat. Nach den traditionell führenden USA war Deutschland zweitgrößter Investor. Vor allem in zwei Sektoren floss das Geld.

bfai TORONTO. Gut ein Viertel der Investitionen in Maschinen, Ausrüstungen sowie im Nichtwohnungsbau in Kanada entfiel 2006 auf ausländische Investoren. Die Tendenz ist steigend. Statistics Canada registrierte 2006 Gesamtinvestitionen von rund 207 Mrd. kanadischen Dollar (kan$; rund 135 Mrd. Euro; 1 kan$ = 0,65 Euro). Hiervon kamen 153,2 Mrd. von inländische Firmen, ein Plus von 7,4% gegenüber dem Vorjahr. Wesentlich stärker legten jedoch mit einem Zuwachs von 10,7% ihre ausländischen Konkurrenten zu. Sie erreichten damit ein Volumen von 53,8 Mrd. kan$.

Beflügelt wurden die ausländischen Investitionen durch das zunehmende Engagement im Bergbau, in der Öl- und Gasförderung sowie im Einzelhandel und der verarbeitenden Industrie. Auf diese Wirtschaftszweige plus den Finanz- und Versicherungssektor entfiel 68,5% alle ausländischer Investitionen. Vor allem im Industriesektor ist die Diskrepanz zwischen lokalem und ausländischem Engagement frappierend, konstatiert Statistics Canada. Ausländische Unternehmen besitzen in dem Bereich zwar nur rund 30% des Anlagevermögens, haben jedoch in den vergangenen zwei Jahren ihre Investitionen um 22% erhöht. Ihre lokalen Konkurrenten haben sich hingegen mit einem Zuwachs von 1,4% begnügt.

Setzt sich dieser Trend fort, werden die ausländischen Investitionen in der verarbeitenden Industrie 2007 das lokale Engagement erstmals übersteigen. Bislang liegen beide mit gut 10 Mrd. kan$ ungefähr auf demselben Niveau. Die Investitionsfähigkeit kanadischer Firmen wird durch ihre relativ kleine Größe und ihre beschränkte Liquidität gezügelt, konstatieren Wirtschaftsexperten.

Im aufgeheizten Öl-, Gas- und Bergwerkssektor haben die internationalen Investoren ihr Engagement 2006 um 12% hoch gefahren. Die Investitionen der kanadischen Firmen legten hingegen nur um knapp 3% zu. Ähnlich sieht es im Einzelhandel aus. Hierbei sind es vor allem die großen US-Handelsketten, wie Wal-Mart und Home Depot, die ihre Präsenz im Nachbarland ausbauen. So haben die internationalen Ketten 2006 - vor allem durch die Errichtung neuer Outlets - ihre Investitionen in Kanada um 36,4% erhöht. Die lokale Konkurrenz ist mit einem Plus von 4% hingegen kaum gewachsen.

Nicht nur im Einzelhandel, sondern auch in fast allen anderen Sektoren macht sich die Dominanz der US-Investoren bemerkbar. So kamen 2006 fast 70% aller ausländischen Investitionen über die Südgrenze ins Land. Als zweitwichtigster Investor folgt - wenn auch mit erheblichem Abstand - Deutschland, das damit vor Japan rangiert. In den letzten zwei Jahren haben vor allem Italien, Frankreich, die Niederlande sowie Großbritannien, Hongkong und die Schweiz ihr Engagement in Kanada erhöht.

Die am stärksten industrialisierte Provinz Ontario zog 2006 mit 19 Mrd. kan$ das Gros der ausländischen Investitionen an. Danach folgte mit gut 15 Mrd. kan$ die aufstrebende Ölprovinz Alberta und erst danach mit knapp 8 Mrd. kan$ Québec, immerhin die zweitwichtigste Industrieprovinz Kanadas. Auf dem vierten Platz rangierte British Columbia mit gut 5 Mrd. kan$.

Weitere Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai).

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