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10.10.2011

08:58 Uhr

Keine Ruhe im Ruhrclan

Cordes-Drama belegt die Probleme in der Haniel-Familie

VonChristoph Schlautmann

Die Duisburger-Haniel Familie steckt weiter im Sumpf. Die Querelen zwischen Metro-Chef Cordes und Haniel-Holding-Chef Kluge verschlimmerte die Lage noch. Und eine Besserung ist nicht in Sicht.

Unternehmensgründer Franz Haniel (1779 bis 1868) PR

Unternehmensgründer Franz Haniel (1779 bis 1868)

DüsseldorfIch gehe davon aus, dass Eckhard Cordes 2012 in Rente ist", sagte ein einflussreiches Familienmitglied von Metros Großaktionär Haniel dem Handelsblatt. Das war im Januar dieses Jahres. Seither fand sich die über Jahrhunderte verschlossene Ruhrdynastie weitaus öfter in den Schlagzeilen wieder, als es den 650 Mitgliedern des Duisburger Clans lieb sein dürfte.

Bis zum Sommer 2007, als sich Haniel mit geliehenen drei Milliarden Euro zum größten Aktionär der Metro machte, zog es der Familienkonzern vor, in aller Stille sein Geld zu verdienen. Die 1756 gegründete Gesellschaft baute Lagerhäuser, stieg Anfang des 19. Jahrhunderts in den Kohlenhandel ein und errichtete kurz darauf einen Vorläufer der Gute-Hoffnungshütte in Oberhausen.

Geschickt mehrte die Dynastie ihr Vermögen, indem sie in benachbarte Industriezweige einstieg. Neben Kohle und Stahl sollten bald auch Erträge aus der Dampfschifffahrt hinzukommen. Weniger zukunftsweisende Beteiligungen stieß Haniel frühzeitig wieder ab - 1926 etwa die Zeche Zollverein, 1964 das Tankstellennetz von Rheinpreußen. Mit den Verkaufserlösen expandierte man in aufstrebende Branchen. Und so landete das Geld aus der Benzinkette schließlich bei dem gerade erst gegründeten Cash & Carry-Filialisten Metro.

Immerhin 43 Jahre hielt es der Ruhrclan dort in der Rolle des eher stillen Gesellschafters aus - neben den gleichberechtigten Gründern Otto Beisheim und der Familie Schmidt-Ruthenbeck. Bis Haniels neuer Aufsichtsratschef Franz Markus Haniel einen Plan entwarf, um die Kontrolle über den Dax-Konzern zu erlangen.
Radikaler Konzernumbau.

Die Duisburger stockten über die Börse heimlich ihren Aktienanteil von 18 auf 34 Prozent auf, schlossen mit ihrem Partner Schmidt-Ruthenbeck einen Poolvertrag, der ihnen die Mehrheit in der Hauptversammlung verschaffte, und drängten den damaligen Vorstandschef Hans-Joachim Körber zum Rücktritt. Zum neuen Boss machten sie ihren eigenen Vorstandsvorsitzenden: den vormaligen Mercedes-Chef Eckhard Cordes.

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