Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.03.2006

12:00 Uhr

KfW-Monitor

Mittelstand erwartet bestes Jahr seit 2000

Der deutsche Mittelstand wird nach einer Studie der KfW-Bankengruppe 2006 das beste Jahr seit dem Boom des Neuen Marktes erleben. Besonders gut ist demnach die Stimmung bei Gewerbe, Großhandel und Dienstleistern. Zwei Sektoren stehen jedoch nach wie vor auf der Schattenseite.

KfW-Monitor: Der Mittelstand soll vor dem besten Jahr seit 2000 stehen. Grafik: HB

KfW-Monitor: Der Mittelstand soll vor dem besten Jahr seit 2000 stehen. Grafik: HB

HB FRANKFURT. Der Rückstand zu den großen Firmen habe sich wieder angeglichen, so dass Mittelständler in diesem Jahr zum Aufschwung beitragen würden, heißt es im aktuellen Mittelstands-Monitor der KfW. Der Mittelstand sei wieder bereit zu investieren, werde 2006 aber keine neuen Stellen aufbauen.

Kleine und mittlere Unternehmen profitierten seit Sommer 2005 verstärkt von der konjunkturellen Erholung und schlossen das vergangene Jahr in so positiver Stimmung ab wie letztmals im Boomjahr 2000. Auch 2006 verspreche so ein gutes Jahr für den Mittelstand zu werden.

Auftragslage und Geschäftsklima verbesserten sich im Schlussquartal 2005 sowohl in West- als auch in Ostdeutschland, heißt es weiter. Besonders positive Auswirkungen vermeldeten die drei Hauptwirtschaftsbereiche Verarbeitendes Gewerbe, Großhandel und Dienstleister. Die beiden stark binnenorientierten Sektoren Einzelhandel und Baugewerbe blieben jedoch weiter im Abseits.

Die Zahl der Existenzgründungen in Deutschland hatte sich laut KfW im Jahr 2004 zunächst vielversprechend entwickelt. Insgesamt schwächte sich die Gründungsintensität im Jahr 2005 jedoch wieder leicht ab, erklärt die Förderbank. Rückläufig waren in den vergangenen beiden Jahren die Unternehmensinsolvenzen, die Zahl der Verbraucherinsolvenzen stieg dagegen kräftig an.

Handelsblatt Gründer-Check: Tipps für den Einstieg in die Selbstständigkeit

Weiterhin spielten die mittelständischen Unternehmen eine zentrale Rolle bei der beruflichen Erstausbildung. Die Betriebe bieten jedoch laut Studie immer weniger Ausbildungsplätze an, zum einen aus Gründen der Kostenersparnis, zum anderen wirkten zahlreiche behördliche und formale Auflagen als Ausbildungshemmnis.

Ökonomische Anreize, die die Ausbildung von Jugendlichen wieder attraktiver machen, seien daher dringend nötig. Dazu gehöre eine besser angepasste Abstimmung zwischen Berufsschule, überbetrieblichen Bildungsstätten und Ausbildungsbetrieben. Weitere Erleichterungen könnte eine Auslichtung von Vorschriften zu Berufsbildern bringen.

Das Finanzierungsklima und die Finanzierungsstruktur der Mittelständler haben sich laut KfW indes deutlich verbessert. Vor allem die größeren Unternehmen hätten ihre Eigenkapitalbasis deutlich stärken können.

Die Finanzierung mittelständischer Unternehmen in Deutschland fußt weiterhin im wesentlich auf zwei Säulen: auf der Innenfinanzierung aus einbehaltenen Gewinnen und Abschreibungen einerseits und auf Bankkrediten andererseits. Der Wandel der Finanzmärkte erschwerte den Kreditzugang für viele kleine und mittlere Unternehmen und steigerte den Druck, sich alternative Finanzierungsquellen zu erschließen und die Eigenkapitalbasis zu stärken.

Nach den Ergebnissen der Studie finden so Beteiligungs- und insbesondere Mezzaninefinanzierungen zunehmend Berücksichtigung bei mittelständischen Unternehmen. Kreditinstitute reagierten auf die gestiegene Nachfrage des Mittelstands nach alternativen Finanzierungen, insbesondere ist das Angebot an Mezzaninkapital in den letzten zwei Jahren enorm gewachsen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×