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05.05.2011

12:41 Uhr

KfW-Studie

Fachkräftemangel ist für Mittelstand zweitrangig

Die kleinen und mittelständischen Betriebe in Deutschland sehen laut einer KfW-Studie ihre größten Herausforderungen derzeit nicht im Fachkräftemangel. Die KfW warnt allerdings vor einer Verschärfung des Problems.

Die KfW ruft die Unternehmen zu mehr innerbetrieblicher Weiterbildung auf. Quelle: dpa

Die KfW ruft die Unternehmen zu mehr innerbetrieblicher Weiterbildung auf.

Berlin

Der Fachkräftemangel wird nach einer Studie der staatlichen Bankengruppe KfW im Mittelstand nicht als Hauptsorge wahrgenommen. Der Problemdruck für kleine und mittlere Unternehmen bei der Stellenbesetzung sei deutlich geringer, als in der Öffentlichkeit vielfach diskutiert, teilte die KfW am Donnerstag in Frankfurt als Ergebnis einer Befragung von rund 12.500 mittelständischen Firmen mit. Ein Viertel der Unternehmen erwarte zwar bis 2012 Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung. Zugleich sehe aber weniger als ein Prozent in der Deckung des Fachkräftebedarfs eine zentrale Herausforderung bis 2012. Wichtiger seien die Erschließung neuer Kundensegmente, die Verbesserung der Umsatz- und Ertragssituation sowie die generelle Neuausrichtung der Unternehmensstrategie.

"Ein genereller flächendeckender Fachkräftemangel scheint aus Sicht der mittelständischen Unternehmen noch nicht das vorrangige Problem zu sein", sagte KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch. In bestimmten Segmenten gebe es bei der Stellenbesetzung Schwierigkeiten, die eine Expansion der Firmen erschwerten. Aber selbst Unternehmen, die bereits jetzt bei der Rekrutierung von Fachkräften Probleme hätten, griffen nicht verstärkt zu innerbetrieblichen Gegenmaßnahmen wie verstärkter Weiterbildung und gezielter Nachwuchsförderung. Dies stütze die Vermutung, dass der Problemdruck derzeit gering sei.

Die KfW warnte jedoch: Spätestens ab dem Jahr 2020 dürfte sich das Fachkräfteproblem verschärfen, weil die Zahl der Erwerbstätigen sinken wird. "Das Ergebnis ist kein Grund, sich beruhigt zurückzulehnen", sagte Irsch bei der Vorstellung der Studie, die auf Daten aus dem Sommer 2010 beruht. "Die Situation wird sich infolge des demografischen Wandels weiter verschlechtern." Aus- und Weiterbildung müsse in den Unternehmen einen höheren Stellenwert bekommen. "Die Potenziale, die die Unternehmen haben, um damit umzugehen, sind noch nicht ausgeschöpft."

Für den Zeitraum 2010 bis 2012 hat die KfW die Zahl von 1,2 Millionen schwierig zu besetzenden Stellen bei Mittelständlern errechnet. Knapp die Hälfte finden sich bei Kleinstunternehmen, etwa 40 Prozent bei sogenannten wissensintensiven Dienstleistungen. Dazu zählen nach KfW-Angaben unter anderem Ingenieure, Softwareentwickler und Steuerberater, aber auch Maschinenbauer.

Die KfW-Analyse beruht auf den Ergebnissen des jährlichen Mittelstandspanels der Förderbank. Befragt wurden die Unternehmen im vorigen Jahr im Zeitraum Februar bis Juli.

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Nachwuchs

09.05.2011, 19:56 Uhr

Der Fachkräftemangel ist von der Wirtschaft gewollt und herbeigeführt. Sie haben sich geweigert Lehrlinge/Azubis auszubilden und Mitarbeiter weiter zu bilden.

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