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15.03.2004

13:08 Uhr

KfW-Studie

Immer mehr Arbeitslose gründen Unternehmen

Angesichts der Konjunkturflaute wagen in Deutschland immer mehr Arbeitslose den Sprung in die Selbstständigkeit. 2003 war jeder vierte Existenzgründer zuvor beim Arbeitsamt gemeldet. „Die Menschen machen quasi aus der Not eine Tugend“, sagte der Vorstandschef der KfW-Bankengruppe, Hans W. Reich, am Montag bei der Vorstellung des Gründungsmonitors in Frankfurt.

HB FRANKFURT/MAIN. „Hier ist viel Potenzial vorhanden für unternehmerisches Tun.“ Der Anteil liege einschließlich der nicht-gemeldeten Arbeitslosen sogar bei 31 % und sei deutlich gestiegen. Eine Vergleichszahl von 2002 nannte die KfW nicht.

Insgesamt wurden 2003 rund 1,6 Mill. Menschen zum eigenen Chef - genauso viele wie im Vorjahr. Die ehemals Arbeitslosen hätten mit ihren Projekten genau so gute Überlebenschancen wie andere Existenzgründer, sagte Reich. Rund die Hälfte von ihnen sei nach fünf Jahren noch im Geschäft. Wegen des schwachen Arbeitsmarktes in Ostdeutschland seien dort doppelt so viele Gründer zuvor arbeitslos gewesen (50 %) wie in den alten Bundesländern (27 %).

Ob der im Januar 2003 eingeführte staatliche Existenzgründungszuschuss der „Ich-AG“ die erhoffte Gründungswelle ausgelöst hat, konnte Reich nicht sagen. „Das Programm ist noch zu jung, wir können die Auswirkungen auf das Gründungsgeschehen noch nicht benennen.“ Laut KfW-Angaben wurden 93 000 Gründer 2003 als „Ich-AG“ gefördert.

Wegen der schwierigen konjunkturellen Lage und der damit verbundenen höheren Geschäftsrisiken werde die Mehrzahl der Gründer zunächst zum Teilzeit-Unternehmer. Rund 975 000 Menschen (60 %) starteten ihre Selbstständigkeit aus dem Nebenerwerb heraus. Das waren 35 000 mehr als 2002. „Sie bevorzugen zunächst den sanfteren und risikoärmeren Übergang in die Selbstständigkeit und erproben so ihr Geschäftsmodell“, sagte Reich. Sie schafften aber ähnlich viele Arbeitsplätze wie Vollerwerbsgründer.

Nach Branchen betrachtet starteten die meisten Gründer im Dienstleistungssektor (81 %). Dabei waren vor allem Dienstleistungen für Firmen, der Einzelhandel und Auto-Werkstätten begehrt. Der Finanzierungsbedarf sei weiter gesunken: Gut die Hälfte konnte mit einem Bedarf von maximal 25 000 € den Start aus eigener Tasche zahlen. Für die repräsentative Studie befragte die KfW mehr als 40 000 Personen.

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