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04.04.2011

12:41 Uhr

KfW-Umfrage

Mittelstand optimistisch trotz Japan-Krise

In Japan droht eine nukleare Katastrophe, in Nordafrika ein Bürgerkrieg. Der deutsche Mittelstand gibt sich trotz dieser Krisenstimmung optimistisch. Das KfW-Mittelstandsbarometer sank nur leicht ab.

Ein Schweißer bei der Arbeit: Mittelständler sehen ihr Unternehmen durch die Japan-Krise nicht gefährdet. Quelle: dpa

Ein Schweißer bei der Arbeit: Mittelständler sehen ihr Unternehmen durch die Japan-Krise nicht gefährdet.

BerlinDie Stimmung der Mittelständler in Deutschland trübt sich trotz der Atomkatastrophe in Japan und der Unruhen in Nordafrika nur leicht ein. Die Firmen beurteilten ihre Geschäftsaussichten im März nicht mehr ganz so günstig wie im Vormonat, wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) am Montag zu ihrem gemeinsam mit dem Münchner Ifo-Institut erhobenen Mittelstandsbarometer mitteilte.

Das Barometer sank nach dem Allzeithoch im Februar leicht um 0,3 Zähler auf 30,4 Punkte. Damit sei der Rückgang aber unwesentlich, teilten die Experten mit. Ihre aktuelle Geschäftslage schätzten die Mittelständler im März sogar nochmals besser ein als im Vormonat." Die konjunkturellen Abwärtsrisiken haben angesichts der energiepreisgetriebenen Inflationssorgen und des Japan-Desasters kurzfristig deutlich zugenommen", sagte KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch. Indirekte Bremseffekte seien vor allem denkbar, wenn sich die Nuklearkatastrophe weiter verschärfe und so die Weltwirtschaft als Ganzes deutlich in Mitleidenschaft ziehe.

Doch das sei derzeit noch nicht besonders wahrscheinlich, und die Mittelständler zeigten sich unbeeindruckt. "Kommt es zu keiner weiteren Eskalation, dürften die konjunkturellen Auswirkungen auf Deutschland begrenzt sein", sagte Irsch. "Dies sehen offenbar auch die Unternehmen so." Die KfW rechnet für das laufende Jahr mit einem Wachstum von drei Prozent. Die Investitionen dürften sogar um neun Prozent zulegen.

Ihre gegenwärtige Lage schätzten die Unternehmen sogar besser ein als im Vormonat, das entsprechende Barometer legte 2,4 auf 39,1 Zähler zu. "Lediglich in einem einzigen Monat während des Wiedervereinigungsbooms, nämlich im Januar 1991, beurteilten die Mittelständler die Lage noch geringfügig besser als zurzeit", schrieben die Experten der staatlichen Förderbank.

Eine weitere Verbesserung sei daher schwierig, darauf deuteten die etwas niedrigeren Erwartungen hin. Ihre Belegschaften wollen die Firmen weiter im Rekordtempo aufstocken. "Ein Ende der positiven Beschäftigungsentwicklung ist vorerst nicht abzusehen", erklärte die KfW.

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