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27.06.2011

12:02 Uhr

Kommentar

Merkel wird zum Alptraum der Wirtschaft

VonFlorian Kolf

Für den Mittelstand ist die Grenze des Erträglichen erreicht: 100 Familienunternehmer machen Front gegen Merkels Euro-Politik. In der Wirtschaft hinterlässt die Kanzlerin mittlerweile verbrannte Erde.

Die Firma Würth gehört zu den 100 Unternehmen, die die EU-Politik nicht gut finden. Quelle: dpa

Die Firma Würth gehört zu den 100 Unternehmen, die die EU-Politik nicht gut finden.

Es ist eine Ohrfeige für die Kanzlerin. „Mit der Euro-Rettungsschirm-Politik hat die Bundesregierung einen verhängnisvollen Weg eingeschlagen“, klagt Brun-Hagen Hennerkes, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen. Zusammen mit 100 mittelständischen Unternehmern macht er Front gegen Angela Merkels Politik und wirft ihr „Wortbruch“ vor. Sein Vorwurf: Vor Eintritt in die Währungsunion habe man versprochen, dass mit der Euro-Einführung ein Stabilitäts- und Wachstumspakt einhergehe, dass kein Land für die Schulden eines anderen einzustehen habe und dass die Europäische Zentralbank allein der Stabilität verpflichtet sei. Dies sei nun Makulatur.

Nicht das erste Mal fühlen sich Unternehmer von Merkel verschaukelt. Mit einer beängstigenden Konsequenz hat die einstiege Wunschkandidatin der Wirtschaft Branche für Branche gegen sich aufgebracht. Und genau so systematisch hat sie jedes Mal die Wirtschaftsinteressen auf dem Altar des Populismus und des Opportunismus geopfert.

Vergiftet ist beispielweise das Verhältnis von Merkel zu den deutschen Großbanken. Noch nicht lange ist es her, da hat Merkel anlässlich des Geburtstages von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ins Kanzleramt eingeladen. Nun, wo sie für eine geordnete Umschuldung von Griechenland dringend die Kooperation der Banken braucht, lassen die Banker sie auflaufen. Zu erratisch und nur auf schnellen Applaus bedacht waren die Vorschläge der Kanzlerin zur Bewältigung der Schuldenkrise. Das populistische und nicht durchdachte Konzept der Bankenabgabe ist das beste Beispiel dafür.

Ähnlich ging Merkel ihre persönliche Atomwende an. So folgte auf den Schock in Fukushima der GAU in den Beziehungen der Kanzlerin zu den großen Energiekonzernen. Aus Sorge um ihre Chancen beim Wahlvolk rief sie zum überstürzten Ausstieg aus dem erst kurz zuvor verkündeten Ausstieg aus dem Atomausstieg. Den Atomkonzernen, weder konsultiert, noch vernünftig informiert, blieb nur der Klageweg gegen die Zick-Zack-Kanzlerin. Die handstreichartige Enteignung ihrer Aktionäre ließ ihnen keine andere Wahl. Doch insbesondere die Art und Weise wie Merkel sie vor vollendete Tatsachen stellte, stieß auch den Gutwilligsten vor den Kopf. Nun ist die Gefahr groß, dass sie auf stur schalten, wenn die Regierung sie für den Ausbau der erneuerbaren Energie braucht.

Schwarz-Gelb war die Wunschkoalition der Wirtschaft. Merkel hat es in kürzester Zeit geschafft, Schwarz-Gelb zu Alptraum-Koalition der Wirtschaft zu machen. Unternehmer brauchen Verlässlichkeit, klare Rahmenbedingungen und eine nachhaltige Politik. Die zerstrittene Regierung unter Merkels Führung bietet zurzeit das Gegenteil. Langsam wird sie so zum Standortrisiko.

 

Kommentare (25)

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Qualitaetskontrolle

27.06.2011, 12:22 Uhr

Was bitte hat Griechenland mit dem Zick-Zack-Kurs der Kanzlerin beim Atomausstieg, der Bankenabgabe, oder der Unfähigkeit dieser Koalition an sich zu tun.

Muß Griechenland jetzt für alles herhalten? Ich kann den Kontext zwischen der Unterüberschrift "Mittelstand rebelliert gegen Griechenlandhilfen" und dem Text (hauptsächlich innenpolitische Probleme und Wankelmütigkeit der Kanzlerin) nicht herstellen.

Habe selten einen schlechteren Kommentar gelesen. Was soll der Informationswert sein ?

Account gelöscht!

27.06.2011, 12:54 Uhr

Merkel ist ein Albtraum und ein machtgeiler Egomane. Wenn der Begriff Wendehals noch in Mode wäre, wer könnte diesen besser
tragen als Frau Dr. M..
Statt Kraftwerke die dringend benötigt werden quasi in einer Nacht- und Nebelaktion abzuschalten, sollten Politiker, so noch Restbestände vorhanden, den Verstand einschalten.
Ökonomisch vernünftig wären neue AKW's um die Zeit, bis Energie aus der Kernfusion zur Verfügung steht, zu überbrücken.
Aber in Deutschland gib es offenbar nur noch Wendehälse, Grüne und Öko-Terroristen.

XRay

27.06.2011, 13:16 Uhr

das müssen Sie so sehen,
wenn ein Schüler das kleine 1x1 nicht beherrscht,
dann weiß er nicht was 13x13 bedeutet,
daraus kann man sehr wohl folgern, daß er unfähig ist
etwas kompliziertere Aufgaben zu berechnen.
Dumm bleibt eben dumm und populistisch.

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