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28.01.2010

13:13 Uhr

Küchenhersteller

Alno macht die Heimatküche kleiner

Der Küchenhersteller Alno streicht 450 Stellen in seinem Stammwerk in Pfullendorf. Dort werden nur 200 Arbeitsplätze übrig bleiben. Der einstige Marktführer kämpft seit Jahren gegen rote Zahlen.

Mitarbeiter von Alno in Pfullendorf. Quelle: dpa

Mitarbeiter von Alno in Pfullendorf.

HB PFULLENDORF. Der Küchenmöbelhersteller Alno wendet sich von seinem Stammwerk im oberschwäbischen Pfullendorf ab: Bis 2013 werden 450 Stellen gestrichen, nur 200 Arbeitsplätze bleiben übrig.

Die Serienproduktion von Alno-Küchen werde nach Enger in Nordrhein- Westfalen verlagert, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Durch diesen Schritt will der seit vielen Jahren angeschlagene Küchenmöbelkonzern zurück in die Erfolgsspur.

In Pfullendorf bleibt den Plänen zufolge nur die Produktion besonders hochwertiger Küchenmodelle erhalten. Alno war bisher einer der größten Arbeitgeber in der Region. Das Stammwerk, in dem vor zwölf Jahren noch mehr als 2000 Menschen beschäftigt waren, wird nun zu einem der kleinsten Produktionsstandorte der Alno-Gruppe mit ihren insgesamt knapp 1900 Mitarbeitern. In Enger sollen im Gegenzug 200 neue Arbeitsplätze entstehen. Bislang produzieren dort 560 Mitarbeiter Küchen der Marke Wellmann, die zum Alno-Konzern gehört.

Der einstige Marktführer für Küchenmöbel in Deutschland kämpft seit mehr als zehn Jahren mit roten Zahlen. Obwohl seit 1998 schon mehrere hundert Arbeitsplätze abgebaut wurden, sind die Werke bei Alno nach wie vor schlecht ausgelastet. Vorstandschef Jörg Deisel hatte deshalb zuletzt offen über Werksschließung gesprochen. Das Stammwerk in Pfullendorf galt als besonders gefährdet, weil es weit weg von allen wichtigen Verkehrsadern liegt und vergleichsweise uneffizient ist.

„Wir haben jedes Element der Wertschöpfungskette durchleuchtet“, sagte Deisel am Donnerstag laut Mitteilung. Niemand in der Konzernspitze habe sich die Entscheidung leicht gemacht. Aber nur durch den Strategieplan „Alno 2013“, der auch die Entlassungen beinhaltet, lasse sich der Konzern langfristig stabilisieren und auf die Erfolgsspur zurückführen. Davon profitierten letztlich auch die verbleibenden Mitarbeiter. Bis 2013 will Alno dem Strategieplan zufolge auch sein Sortiment straffen und neu ordnen.

Auch die Verwaltung will Alno in den nächsten Jahren zentralisieren. Derzeit gebe es an allen vier deutschen Standorten eine komplett eigenständige Verwaltung, sagte der Vorstandschef.

Geplant sei, diese Strukturen an einem Ort zusammenzufassen. Wo das sein werde, sei noch nicht entschieden. Pfullendorf scheidet aber wohl aus. Auch seine Rolle als Konzernsitz wird die oberschwäbische Kleinstadt bald verlieren: Im Herbst hatte Alno bereits angekündigt, den Konzernsitz Mitte 2010 nach Düsseldorf zu verlegen.

Für 2009 hatte Deisel zuletzt erstmals seit Jahren ein positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Aussicht gestellt - nach Verlusten von 0,9 Mio. Euro im Jahr 2008 und einem Minus von 49,5 Mio. Euro im Jahr 2007. Der Umsatz der Gruppe lag im Jahr 2008 bei 511 Mio. Euro.

Kommentare (1)

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Florian

04.02.2010, 21:49 Uhr

ich bin sehr gespannt, wie es mit Alno weiter geht. Alno kämpft schon seit Jahren im das Überleben - ich hoffe, dass der Küchenhersteller durch die Entlassung wieder in die schwarzen Zahlen kommt.

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