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09.01.2012

09:38 Uhr

Kult-Objekt aus Plüsch

Wie der Steiff-Teddy die Welt eroberte

VonSusanne Schier, Martin-W. Buchenau

Margarete Steiff schuf ein Plüschtier-Unternehmen mit Weltruf, obwohl sie die Folgen von Kinderlähmung an den Rollstuhl fesselten. Das Handelsblatt nimmt sie jetzt in die Hall of Fame der Familienunternehmen auf.

Im Jahr 1904 wurden erstmals Tiere aus der schwäbischen Spielwarenfabrik mit dem Knopf ausgestattet, der im Lauf der 100-jährigen Geschichte zum Markenzeichen wurde. picture-alliance

Im Jahr 1904 wurden erstmals Tiere aus der schwäbischen Spielwarenfabrik mit dem Knopf ausgestattet, der im Lauf der 100-jährigen Geschichte zum Markenzeichen wurde.

Giengen an der BrenzSteiff-Teddys sind Kult. Die Plüschtiere mit dem charakteristischen Knopf im Ohr sind nicht nur Kinderspielzeug, sondern inzwischen sogar Sammlerobjekte. 156000 Euro war einem Liebhaber in einer Auktion vor einigen Jahren ein antikes Exemplar des Teddys aus dem Jahr 1926/27 wert.

Den Grundstein für diesen Erfolg legte eine Frau, die es im Leben nicht leicht hatte: Margarete Steiff. Im Jahr 1847 geboren, erkrankte sie im Alter von eineinhalb Jahren an Kinderlähmung und blieb an den Rollstuhl gefesselt. Das hinderte sie nicht daran, ein eigenes Unternehmen zu gründen und sich als Frau eine Selbstständigkeit zu erarbeiten, die selbst mit heutigen Maßstäben gemessen vorbildlich ist.

Aus dem Nichts schuf Margarete Steiff ein Imperium, das zuletzt 81 Millionen Euro Umsatz erzielte, davon 37 Millionen mit Spielwaren. Zwar hat die Steiff-Gruppe unter der Wirtschaftskrise 2008 gelitten und schreibt seitdem rote Zahlen (siehe Text links). Doch die Marke ist weltweit bekannt. Das Handelsblatt nimmt die 1909 verstorbene Unternehmensgründerin in seine Hall of Fame der Familienunternehmen auf, die von dem Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG unterstützt wird.

Die Geschichte von Appolonia Margarete Steiff beginnt in einfachen Verhältnissen, im Haus ihrer Eltern in der Ledergasse 26 in Giengen an der Brenz. Als Folge der Kinderlähmung bleibt Margarete teilweise gelähmt und lernt nie laufen. Sie ist trotzdem ein fröhliches und neugieriges Kind. In der Schule schafft sie das Klassenziel ohne Mühe. Ihre Eltern sind aber recht streng. Wie ihre Schwestern Pauline und Marie muss sie ihre Freizeit oft mit Häkelarbeiten verbringen, um zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen.

Appolonia Margarete Steiff: Mit Elefäntle und Bär allen Hindernissen getrotzt

Appolonia Margarete Steiff

Mit Elefäntle und Bär allen Hindernissen getrotzt

Ihre Startvoraussetzungen waren alles andere als gut. Aber Appolonia Margarete Steiff hat trotz ihrer Behinderung den Grundstein für ein Familienunternehmen gelegt und nicht nur Kinderherzen höher schlagen lassen.

Im Frühjahr 1856 lebt sie auf, als sie bei der Familie von August Hermann Werner, dem Gründer der Wernerschen Klinik in Ludwigsburg, wohnt. Dort sieht sie zum ersten Mal, dass Kinder spielen dürfen und nicht nur helfen müssen – ein Erlebnis, das sie prägt.

Kommentare (4)

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ThomasMainka

09.01.2012, 11:46 Uhr

Es wäre sehr schade, wenn diese tolle und traditionsreiche Marke vom Markt verschwinden würde. Die meisten über 30 haben wohl eine emotionale Bindung zu den Produkten. die Qualität ist legendär und auch meine Kinder begegnen meinen steifftieren mit Respekt und Liebe. Da kann ich nur nach Nicki Lauda meine Kappe ziehen.

ThomasMainka

09.01.2012, 11:46 Uhr

Es wäre sehr schade, wenn diese tolle und traditionsreiche Marke vom Markt verschwinden würde. Die meisten über 30 haben wohl eine emotionale Bindung zu den Produkten. die Qualität ist legendär und auch meine Kinder begegnen meinen steifftieren mit Respekt und Liebe. Da kann ich nur nach Nicki Lauda meine Kappe ziehen.

WFriedrich

09.01.2012, 11:59 Uhr

Ja, Ehre wem Ehre gebührt. Margarethe Steiff verkörpert alle Tugenden des strebenden Menschen im besten Goethe'schen Sinne. Gern erinnere ich mich an die Verfilmung ihres Lebens. Wir müssen uns zurück besinnen auf solche Vitae, um uns selbst, aber insbesonderen unseren Kindern Vorbilder zu vermitteln, die der Orientierung im Leben, statt in völlig irrationalen Leinwandwelten dienen.

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