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22.12.2011

17:56 Uhr

Lars und Meike Schlecker

Nette Erben ohne Macht

VonMiriam Schröder

Die Kinder der Drogerie-Legende Anton Schlecker sollten dem Unternehmen sein Schmuddelimage austreiben und für neues Wachstum sorgen. Nun geht es Schlecker schlechter denn je. Und den Erben mangelt es an Einfluss.

Lars und Meike Schlecker in einem neu gestalteten Schlecker-Markt. Michael Trippel/laif

Lars und Meike Schlecker in einem neu gestalteten Schlecker-Markt.

DüsseldorfAnton Schlecker kann sich auf seine Kinder verlassen. Anstatt sich auf dem Wohlstand ihres Vaters auszuruhen, haben Lars und Meike Schlecker beide Wirtschaft studiert, an den besten Universitäten Europas. Dann sind sie in Vaters Unternehmen eingestiegen und waren vor zwei Jahren zur Stelle, als es darum ging, die Drogeriemarktkette, die die Schleckers einst zu Milliardären gemacht hat, vor dem Verfall zu retten.

Die Umsätze sanken, die Mitarbeiter klagten über schlechte Behandlung, das Image war schlecht. Mit ihrem Aufstieg in das Management sollten Lars und Meike der Marke Schlecker ein neues Gesicht geben, ein freundliches Gesicht. Doch kein Jahr später ist die größte Drogeriemarktkette des Landes wieder dort, wo sie vor Einstieg der jungen Leute stand: Die Umsätze sinken, das Image ist schlecht, man verhandelt über einen Sanierungstarifvertrag.

War die Aufgabe zu groß? Oder haben, wofür einiges spricht, Lars und Meike Schlecker nicht so viel Einfluss, wie sie glauben machen wollen? Die Schlecker-Kinder schweigen.

Am Anfang ihrer Unternehmerkarriere war das anders. Da gaben sie Interviews, erzählten, wie sie Schlecker schöner machen wollten. Freundlicher! Erfolgreicher! Sie schienen als das perfekte Paar. Lars Schlecker, der mit seinem Lockenschopf und den feinen Gesichtszügen als Philosophiedozent durchgehen würde, und Meike Schlecker, klug, strebsam, noch dazu eine junge Mutter. Richtig nett sahen sie aus, kaum zu glauben, dass ihr Image einmal ähnlich schlecht sein würde wie das ihres Vaters.

Jetzt aber kämpfen sie gegen die Fakten: Schlecker hat in den vergangenen zwei Monaten 600 Filialen geschlossen. Im vergangenen Jahr fiel der Umsatz um 650 Millionen Euro auf 6,6 Milliarden. Schon seit 2008 schreibt Schlecker rote Zahlen. Jetzt verhandelt das Unternehmen mit der Gewerkschaft Verdi über einen Sanierungstarifvertrag.

Ob die beiden Schleckers dafür verantwortlich sind, ist nicht so leicht festzustellen. Anders als oft suggeriert, sind sie operativ nämlich gar nicht tätig. Um das Tagesgeschäft kümmert sich Thorben Rusch, ein Manager, der seit 15 Jahren in dem Unternehmen arbeitet. Er ist, neben Anton Schlecker, offenbar noch immer der starke Mann in der Zentrale. Das berichten jene, die dort beratend oder mitarbeitend ein- und ausgehen.

Kommentare (1)

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jobber

28.12.2011, 19:50 Uhr

geduld,,,die aber die mitarbeiter nicht mehr so ganz haben....mitarbeiter die in wenigen wochen oder tagen vor ihrer leeren geräumten Filiale stehen...und eventuell als Springer gebraucht werden...mitarbeiter die 18 Jahre und mehr tagtäglich diese filiale geöffnet oder abends geschlossen haben....

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