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26.05.2012

15:04 Uhr

Logistikspezialist

Rollen, die die Welt bewegen

VonMartin Wocher

Im Schatten des Internethandels ist der Fördertechnikhersteller Interroll zum weltweit gefragten Anbieter geworden. Seine Stärke sind robuste und feingesteuerte Systeme - mittlerweile auch jenseits der Versandbranche.

Das DHL-Paketzentrum im brandenburgischen Rüdersdorf bei Berlin. dpa

Das DHL-Paketzentrum im brandenburgischen Rüdersdorf bei Berlin.

DüsseldorfPaket um Paket rauscht auf Rollen und Transportbändern heran, große, kleine, rechteckige. Sie biegen um die Ecke, verschwinden in einem Loch im Zwischenboden, um ein paar Hundert Meter weiter wieder aufzutauchen und sich dann im Nichts zu verlieren. Was so spielerisch ausschaut, ist in Wahrheit eine logistische Meisterleistung. Bis zu 90.000 Pakete schickt der Teleshoppinganbieter QVC Tag für Tag aus seinem Logistikzentrum im niederrheinischen Hückelhoven an seine Kunden, 24 Stunden rund um die Uhr, an 359 Tagen im Jahr.

Damit alles reibungslos funktioniert, sind E-Commerce-Anbieter wie QVC auf eine ausgefeilte interne Logistik und eine robuste Technik angewiesen, die dem Dauereinsatz standhalten. Die wichtigsten Komponenten, wie Rollen, Förderbänder und Elektromotoren liefert das Schweizer Unternehmen Interroll von seinen deutschen Standorten Wermelskirchen, Sinsheim und Hückelhoven-Baal.

Der führende Zulieferer für Förder- und Sortiertechnik stattet mit seinen Schlüsselprodukten die Logistikzentren der Welt aus. Die Deutsche Post gehört genauso zu seinen Kunden wie der US-Pakettransporteur UPS, der in der vergangenen Woche verkündet hat, dass er den niederländischen Konkurrenten TNT Express für 5,2 Milliarden Euro übernehmen will. Pepsi und Procter & Gamble, viele internationale Lebensmittelkonzerne sowie die weltweite Nummer eins im Internet-Handel, Amazon, setzen auf Rollen und Co. von Interroll.

Es ist vor allem der Siegeszug des Internethandels, der die Logistikbranche beflügelt. So hat QVC heute mehr als 10.000 Artikel auf Lager, die täglich ausgeliefert werden können, wenige Jahre zuvor waren es nur 2000.

Aber auch in den Schwellenländern wird erheblich in den Ausbau der Logistik investiert. Denn schon jetzt bestellen 420 Millionen Chinesen über das Internet, die Zuwachsraten liegen bei 24 Prozent pro Jahr. Nach Schätzungen von Deutsche Bank Research soll der Umsatz für das Online-Shopping im Reich der Mitte schon 2014 bis zu 200 Milliarden US-Dollar betragen.

Ein weiterer wichtiger Markt sind die Flughäfen. Sie bescheren dem 1959 gegründeten Unternehmen jedes Jahr zweistellige Wachstumsraten. „Allein China baut in den kommenden Jahren 60 Flughäfen“, sagt Interroll-Vorstandschef Paul Zumbühl, der seit dem Jahr 2000 an der Spitze des Unternehmens steht. Alle müssen mit Förderbändern beispielsweise zum Gepäcktransport ausgerüstet werden.

Auch für die Zukunft ist die Branche mehr als zuversichtlich. Die großen Metropolen wachsen stetig und unaufhaltsam. So wird „die Warenversorgung in den Millionenstädten anders ablaufen müssen als bisher“, sagt der Geschäftsführer des Fachverbandes Fördertechnik und Logistiksysteme im Maschinenbauverband VDMA, Peter Günther. Alles per Lkw zu transportieren, werde künftig kaum noch möglich sein.

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