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27.08.2016

15:07 Uhr

Luxus-Grillen

Auf der Suche nach dem perfekten Steak

VonKatrin Terpitz

TV-Regisseur Frank Hecker war mit seinen Steaks nie zufrieden. Der Heißluftgrill, den er mit zwei Freunden erfand, ist nun selbst in Amerika erfolgreich. Auch andere Gründer profitieren vom Trend zum Luxus-Grillen.

Die drei Gründer und Erfinder des Beefer: Frantz Konzen, Marc Kirberg und Frank Hecker (v.l.) aus Königswinter PR

Drei Männer vom Grill

Die drei Gründer und Erfinder des Beefer: Frantz Konzen, Marc Kirberg und Frank Hecker (v.l.) aus Königswinter

DüsseldorfFernseh-Regisseur Frank Hecker war schon immer ein Grillfan, nicht zuletzt weil er Fernsehshows wie „Kochduell“ drehte. Doch mit seinen eigenen Steaks war er nie zufrieden. Bei einem Urlaub in New York vor fünf Jahren aß er im berühmten Steak-Restaurant von Peter Luger bei 800 Grad gegrilltes Fleisch: innen zart, außen mit krosser Kruste. „Eine Offenbarung. Das perfekte Steak“, schwärmt Hecker heute noch. Das wollte er nachmachen.

Doch es waren lediglich Gastronomie-Griller für 20.000 bis 100.000 Dollar auf dem Markt, für den Privatgebrauch gab es nichts. So schweißte Hecker kurzentschlossen selbst mit zwei Grillfreunden einen Infrarot-Gasgrill zusammen. Frantz Konzen ist Metallbauer und Marc Kirwald Betriebsleiter einer Firma für Industrieheizungen.

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Mein Haus, mein Auto, mein Grill. Früher legte man Würstchen auf den Rost. Heute meldet das Smartphone, wenn das Steak à point ist. Der Grill avanciert zum Statussymbol – auch viele Mittelständler verdienen daran mit.

Was dann folgte, war harte Entwicklungsarbeit für die drei Garagentüftler aus Königswinter: Fine-Tuning am Design, optimaler Gasdruck an der Düse, ohne gegen technische Zulassungsvorschriften zu verstoßen. Doch die Arbeit lohnte: „Es schmeckte wie in New York“, meint Hecker.

Der Heißgrill funktioniert so: Jede Seite des Steaks wird 45 Sekunden bei 800 Grad mit Oberhitze gegrillt, dann fünf Minuten ruhen gelassen. Der sogenannte Maillard-Effekt lässt das Fleisch karamelisieren. Der Vorteil zum herkömmlichen Grillen: Weil kein Fett ins Feuer tropft, bilden sich keine gefährlichen Rauchgase. Grillen kann der „Beefer“ getaufte Grill laut Hecker fast alles, vom Fisch über Gemüse bis zur Creme brulée.

Der Beefer überzeugte auch Promikoch Tim Mälzer, dem Hecker bei Dreharbeiten seinen selbstentwickelten Grill zeigte. „Tim Mälzer hat uns beraten, etwa bei der Preisfindung, und gleich 30 Stück abgenommen.“ 699 Euro kostet der Beefer. Verkauft wird das Gerät im Grillfachhandel, bei Kaufhof, in Baumärkten und im Lufthansa-Shop. Hecker: „Wir mussten keine Klinken putzen, die Händler kamen auf uns zu.“

Denn das Geschäft mit dem Grillen boomt. Schätzungsweise 1,3 Milliarden Euro geben allein die Deutschen in diesem Jahr für Grill, Brennstoff und Zubehör aus. Das sind knapp zwei Drittel mehr als 2008 mit noch 810 Millionen Euro Umsatz. „Der Markt wächst ungebrochen und erweist sich als Wachstumstreiber für den gesamten Gartenmarkt “, sagt Christian Lerch, Berater am Institut für Handelsforschung IFH in Köln.

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