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25.01.2010

15:02 Uhr

Macher des Mittelstands

Das Luxusimperium der Signora Possati

VonKatharina Kort

Francesca Bortolotto Possati hat aus dem Familienhotel Bauer ein kleines Luxusimperium mit insgesamt drei Herbergen in der Lagunenstadt aufgebaut. Den Vorwurf, elitär zu sein, weist sie aber trotz Preisen von bis zu 8000 Euro pro Übernachtung in einer ihrer Luxus-Suites zurück.

Francesca Bortolotto Possati will auch künftig die Unabhängigkeit ihres kleinen Hotel-Imperiums erhalten. Pressebild

Francesca Bortolotto Possati will auch künftig die Unabhängigkeit ihres kleinen Hotel-Imperiums erhalten.

VENEDIG. Eine feine Strickjacke über der kupferfarbenen Bluse, das rötlich-blonde Haar zu einem lockeren Pferdeschwanz gebunden, eine große Sonnenbrille schützt den hellen Teint vor der grellen Mittagssonne, die an diesem milden Herbsttag die Kuppel der Chiesa della Sanità auf dem anderen Ufer des Canal Grande fast weiß leuchten lässt. So präsentiert sich Francesca Bortolotto Possati auf ihrer Terrasse. Es ist nicht irgendeine Terrasse, sondern die Terrasse des Nobelhotels Bauer direkt am Canale Grande in Venedig. Bortolotto Possati ist die Hausherrin des berühmten Bauer-Hotels, wenige Schritte vom Piazza San Marco entfernt.

Bortolotto Possati, deren Alter nur schwer zu schätzen ist, führt als einzige weibliche Vorstandsvorsitzende Venedigs das Fünf-Sterne-Hotel. Nach einer Scheidung und nach dem Tod ihrer Mutter ist sie in den 90er-Jahren aus den USA zurückgekehrt und hat das Hotel übernommen, das ihr Großvater Arnaldo Bennati - ein erfolgreicher Reeder aus Ligurien - 1930 übernommen hatte. Sie zahlte ihre Verwandten aus, investierte 50 Mio. Euro in das in die Jahre gekommene Gebäude. "Ich bin Venezianerin, und ich fühlte mich in der Pflicht, nach dem Tod meiner Mutter dieses Juwel zu erhalten und in die Zukunft zu führen", erzählt sie über ihre Entscheidung damals.

Innerhalb kurzer Zeit baute sie das legendäre Hotel, in dessen Royal Suite schon Rudolf Nurejew, Maria Callas und Prince Charles übernachtet haben, zu einem kleinen venezianischen Imperium aus: Die Bauer-Gruppe mit drei Hotels, die rund 50 Mio. Euro jährlich umsetzt. Ein weiteres Edelhotel, das Bauer Palladio auf der Giudecca-Insel weiht Bortolotto Possati im Frühjahr ein.

Während um sie herum die internationalen Hotelketten die Palazzi der Lagunenstadt übernehmen, ist die Bauer-Gruppe noch immer unabhängig. "Fast jeden Monat klopft eine der großen Gruppen bei mir an", berichtet Bortolotto Possati. Das schmeichele ihr zwar, aber verkaufen will sie nicht. Bisher jedenfalls. "Never say never", fügt die studierte Anglistin mit US-Akzent hinzu. Sie hofft jedoch, dass ihre Kinder, die 21-jährige Tochter, die BWL studiert oder ihr 25-jähriger Sohn, ein Designer, später in ihre Fußstapfen treten werden.

Die Fußstapfen einer erfolgreichen Geschäftsfrau. Auch Venezianer sprechen respektvoll über die Hotelchefin, wie Marco Vidal, Vorsitzender der Vereinigung Junger Venezianer: "Sie hat Stil, auch in der Art, wie sie ihr Hotel präsentiert".

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