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18.11.2014

17:09 Uhr

ManU mit Umsatzeinbruch

Verpassen der „Königsklasse“ macht Manchester zu schaffen

Das verpassen der Champions League kommt Manchester United teuer zu stehen. Der Umsatz des börsennotierten englischen Spitzenvereins brach um zehn Prozent ein. Die Vereinsführung such nach neuen Einnahmequellen.

Der an der New Yorker Börse notierte Fußballklub Manchester United muss einen deutlichen Umsatzeinbruch hinnehmen. dapd

Der an der New Yorker Börse notierte Fußballklub Manchester United muss einen deutlichen Umsatzeinbruch hinnehmen.

LondonDer sportliche Misserfolg kommt Manchester United (ManU) teuer zu stehen. Weil der englische Spitzen-Fußballclub die Qualifikation zur Champions League verpasste, muss er nun herbe Einnahmenverluste verkraften. Im abgelaufenen ersten Geschäftsquartal 2014/15 brachen die Umsätze um zehn Prozent auf umgerechnet 111 Millionen Euro ein, wie die ManU-Führung am Dienstag mitteilte. Das operative Ergebnis fiel um 8,6 Prozent auf 25,4 Millionen Euro.

Der an der New Yorker Börse gelistete Traditionsclub ist das erste Mal seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht in einem europäischen Wettbewerb vertreten. Das schlägt massiv auf die Zuschauer- und Fernseheinnahmen durch. Daher will sich das Management in dieser Saison verstärkt auf andere Erlösquellen konzentrieren wie Sponsoren- und Merchandising-Verträge.

Im vergangenen Vierteljahr hat der Verein, der sich mehrheitlich im Besitz der amerikanischen Milliardärsfamilie Glazer befindet, fünf Sponsoren an Land gezogen. Hinzu kam ein Ausrüster-Deal im Rekordvolumen von 938 Millionen Euro mit Adidas.

Die Eigentümer von Manchester United

Historie

Im März 2003 begann der amerikanische Unternehmer Malcolm Glazer, Aktien des börsennotierten Clubs aufzukaufen. Er erhöhte seinen Anteil bis 2005 auf 28 Prozent. Am 12. Mai 2005 kaufte er weitere 29 Prozent von den irischen Unternehmern John Magnier und John Paul MacManus und bot für die übrigen Aktien.

Abschied von der Börse

Nach der Übernahme nahm Glazer den Club von der Börse und überführte ihn in seinen Privatbesitz.

Schulden

Das zum Kauf aufgenommene Darlehen schrieb Glazer auf den Verein um, so dass Manchester United jährlich 80 Millionen Pfund zur Tilgung aufwenden muss. Das beschränkte die Möglichkeiten, in den Kader zu investieren.

Kleiner Börsengang

2012 gab Glazer zehn der Prozent der Klub-Anteile an der New Yorker Börse heraus. Malcolm Glazers Söhne Joel, Avram und Bryan wurden in den Vorstand berufen.

Neue Aktionäre

Dazu gehören die Fondsgesellschaft Blackrock, der bekannte Investor George Soros und Fonds von Fidelity, HSBC und ING. Ihre Mitspracherechte sind aber eingeschränkt.

Börsenkurs

Die Aktie von Manchester United wird an der New Börse gehandelt und auch in Euro notiert. In den vergangenen zwölf Monaten ist der Kurs um die Marke von 17 Dollar gehandelt worden. Die Handelsspanne lag zwischen 14,26 und 19,18 Dollar. In Euro lag die Handelsspanne zwischen 11 und 15 Euro.

Börsenwert

Der Wert der gehandelten Aktien beträgt bei einem Kurs von 17 Dollar etwa 2,8 Milliarden Dollar.

Spekulationen

Laut einem Bericht der Boulevardzeitung "Sun" im März 2014 wollen David Beckham und einige seiner ehemaligen Mitspieler von Manchester United den englischen Fußball-Rekordmeister übernehmen. Beckham, Paul Scholes, Ryan Giggs, Gary und Phil Neville sowie Nicky Butt sollen sich in Gesprächen mit möglichen Investoren befinden. Die Übernahme könnte durch das Königshaus von Katar finanziert werden.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet ManU einen Umsatz von 482 bis 494 Millionen Euro und einen Betriebsgewinn von 113 bis 119 Millionen Euro.

Sportlich zeigt sich der Club unter Trainer Louis van Gaal kaum erholt. In der heimischen Premier League liegt der 20-fache englische Meister nur auf Platz sieben mit 13 Punkten Rückstand auf Tabellenführer Chelsea.

Von

rtr

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