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20.01.2010

12:00 Uhr

Maschinenbau

Manz Automation plant Zukäufe

Der auf die LCD- und die Solarindustrie spezialisierte Maschinenbauer will die Konsolidierung des Marktes nutzen und schließt eine Kapitalerhöhung nicht aus. Derzeit sondiert das Unternehmen den Markt nach möglichen Zukäufen. Als Sorgenkind erweist sich noch der Dünnschichtbereich.

Der Großteil der Solar-Kunden von Manz Automation kommt aus Asien. dpa

Der Großteil der Solar-Kunden von Manz Automation kommt aus Asien.

HB REUTLINGEN. Der auf die LCD- und Solarindustrie spezialisierte Maschinenbauer Manz Automation erwartet in diesem Jahr eine deutliche Erholung des Geschäfts und rechnet wieder mit einem Gewinn. "Ein ausgeglichenes Ergebnis wäre uns zu wenig", sagte der Chef des im TecDax notierten Familienunternehmens, Dieter Manz. Zudem sondiere man derzeit genau den Markt nach möglichen Zukäufen. Dieter Manz ist Mehrheitsaktionär des Unternehmens.

Im vergangenen Jahr hatte der Anlagenbauer die Wirtschaftskrise zu spüren bekommen. Nach neun Monaten war der Umsatz bei den Schwaben um 70 Prozent eingebrochen, zudem hatte das Unternehmen die Hoffnung auf ein ausgeglichenes Ergebnis aufgegeben.

Allerdings sei nach dem Geschäftseinbruch im ersten Halbjahr 2009 wieder eine Belebung zu spüren. "Im LCD-Bereich ging es schon seit September wieder aufwärts", sagte Manz. Das Photovoltaik-Geschäft sei in den letzten beiden Monaten des vergangenen Jahres gefolgt. Mitte Dezember hatte Manz zum ersten Mal seit langer Durststrecke wieder Aufträge über 15 Mio. Euro vermeldet. Inzwischen seien weitere größere Bestellungen eingegangen, sagte der Unternehmensgründer. Darunter versteht Manz Aufträge in einem Volumen von drei bis fünf Mio. Euro. Zudem liefen mit weiteren Kunden intensive Verhandlungen.

Vor allem eine gemeinsam mit Roth & Rau entwickelte neue Produktionslinie für die Photovoltaikindustrie wird laut Manz zu einem gefragten Produkt. "Damit können unsere Kunden doppelt so schnell produzieren", sagte er. Das steigere die Effizienz und trage wiederum dazu bei, dass die Solarbranche wettbewerbsfähiger werde. Ein Großteil der Kunden komme aus Asien - vor allem aus China, Taiwan und Südkorea.

Als Sorgenkind erweist sich hingegen noch der Dünnschichtbereich. Ein Jahr lang sei weltweit keine neue Fabrik gebaut worden. "Wir erwarten hier frühestens im zweiten oder dritten Quartal eine Verbesserung des Geschäfts", sagte Manz. Die Entwicklung führt er darauf zurück, dass für den Aufbau einer Dünnschichtfabrik höhere Investitionen notwendig sind als für eine Anlage zur Herstellung kristalliner Solarzellen. "Die Unternehmen bekommen für solche großen Projekte derzeit die Finanzierung noch nicht", sagte

Fest im Blick hat Manz inzwischen auch wieder Zukäufe. "Im Maschinenbau wird es eine Konsolidierung wegen der Krise geben", sagte er. "Wir hatten Ende September 54 Mio. Euro Liquidität."

Sollte sich allerdings die Übernahme einer größeren Gesellschaft anbieten, würden alle Finanzierungsoptionen geplant. Dazu gehört auch eine Kapitalerhöhung, wie Manz andeutete.

Die Manz-Aktie reagierte gestern darauf mit schwankenden Kursen. Händler werteten die erwartete deutliche Erholung des Geschäfts zunächst positiv, doch hinterließ die angedeutete Kapitalerhöhung einen "negativen Beigeschmack".

Quelle: dpa

Kommentare (1)

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Bankenbrancheninsider

02.06.2010, 00:20 Uhr

Na wo bleiben denn die angekündigten Zukäufe vom 20. Januar 2010? Die börsenspezialisten haben ein
Augenmerk auf solche Ankündigungen! im Mai 2010
schauten wir uns die EbiTs an. Nun sollte etwas geschehen.

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