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22.01.2007

14:36 Uhr

Mehr Spezialisierung

DIHK will betriebliche Ausbildung reformieren

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, hat sich für eine Reform der betrieblichen Ausbildung ausgesprochen. Danach soll die Ausbildungszeit in einen allgemeinen und einen spezialisierenden Abschnitt unterteilt werden.

HB BERLIN. Die duale Ausbildung in Schule und Beruf müsse flexibler werden, sagte Braun am Montag in Berlin. Daher solle die Berufsausbildung künftig unterteilt werden. In einem ersten Abschnitt sollten Auszubildende eine breite Basisqualifikation erhalten. Danach sollten spezielle berufsspezifische Kompetenzen vermittelt werden.

Viele Betriebe hätten heute Probleme, Fachkräfte zu rekrutieren, weil der Wettbewerb um leistungsstarke Jugendliche immer mehr zunehme, sagte Braun. Auch sei Weiterbildung im Beruf heute wichtiger denn je. Der Grundstein hierfür müsse schon in der Ausbildung gelegt werden. Schließlich würden viele Ausbildungsverordnungen den Anforderungen nicht mehr gerecht, weil sie inzwischen zu komplex seien. Mit einer Reform könnten diese Probleme gelöst werden.

Den Vorstellungen des DIHK zufolge soll die Ausbildung künftig in zwei Abschnitten erfolgen. In der ersten Phase, die je nach Beruf ein bis zwei Jahre dauert, werden die wichtigsten Kernkompetenzen einer Berufsgruppe vermittelt. Der zweiten Abschnitt dient dann der Spezialisierung. Die Jugendlichen erlernten genau das, was den Beruf ausmache, sagte Braun. Dem Luftverkehrskaufmann etwa würden Kompetenzen in der Luftfrachtabfertigung vermittelt, der Schifffahrtskaufmann lerne alles über Seeverkehrslogistik.

Abgeschlossen werden solle die Ausbildung mit einer bundesweit anerkannten öffentlich-rechtlichen Prüfung. So könnten Betriebe die Zeugnisse besser vergleichen und die Jugendlichen ihrerseits im weiteren Arbeitsleben schneller den Betrieb wechseln, sagte Braun. Auch Altbewerber und Jugendliche, die ihre Ausbildung abgebrochen hätten, könnten durch die einheitlichen Standards besser integriert werden. Zudem könnten leistungsstarke Jugendliche in diesem Modell schon während der Ausbildung Zusatzqualifikationen erlangen.

„Wir sind sicher, dass wir die betriebliche Ausbildung mit unseren Vorschlägen zukunftsfest machen können“, sagte Braun. „Wenn wir mehr Betriebe für die Ausbildung gewinnen können, hilft das auch den Jugendlichen.“

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