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19.04.2006

12:10 Uhr

Mehrheitsbeteiligungen bevorzugt

Capvis sieht Chancen im deutschen Mittelstand

Der schweizerische Finanzinvestor Capvis Equity Partners rechnet damit, dass das Interesse des deutschen Mittelstands für Beteiligungskapital zunehmen wird. Als Hauptgründe für seine Einschätzung nennt Capvis-Partner Daniel Flaig die wachsende Zahl von Nachfolgeregelungen und die restriktivere Kreditvergabe der Banken.

pk FRANKFURT. Die Züricher Private-Equity-Manager zielen überwiegend auf Mehrheitsbeteiligungen – beispielsweise an Maschinenbau-, Medizintechnik, Elektro- und Konsumartikelfirmen. Die Unternehmenswerte erstrecken sich in der Regel von 50 Mill. bis 200 Mill. Euro. Die Wurzeln von Capvis reichen in das frühere Beteiligungsgeschäft des Schweizer Bankvereins zurück, heute ist die Gesellschaft unabhängig und mit einem Fondsvolumen von rund 500 Mill. Euro Eigenkapital auf dem Markt. Finanzinvestoren wie Capvis kaufen Konzernteile oder mittelständische Unternehmen, restrukturieren sie und bringen sie schließlich an die Börse oder verkaufen sie wieder an andere Finanzinvestoren und industrielle Erwerber. Capvis unterscheidet sich laut Flaig von vielen Mitbewerbern durch die längere Haltedauer der Investments. An einigen Unternehmen sei Capvis schon seit zehn Jahren beteiligt, während angelsächsische Investoren nach drei bis sieben Jahren wieder ausstiegen.

Laut einer Studie des Finanzdatenanbieters Mergermarket und der Kanzlei Luther nutzen gegenwärtig aber nur 17 Prozent der größeren Mittelständler Private Equity als Finanzierungsalternative. Dabei spielt vor allem „die Furcht vor dem Kontrollverlust“ eine Rolle, warum sich die Unternehmer zurückhaltend zeigen. Deshalb präferierten sie laut Studie gegenwärtig noch mit weitem Abstand die Innen- und Bankfinanzierung oder das Leasing.

Bei Capvis weiß man um die Ängste und hat deshalb Hans Knürr, den früheren Chef des gleichnamigen Schrankherstellers für Elektronik, an Bord geholt. Knürr kam im Rahmen einer Nachfolgelösung für sein Unternehmen mit den Capvis-Managern zusammen, die mehr gegeben hätten als nur Kapital. Seit 2003 sieht sich der Berater als „Botschafter von Capvis“ in Deutschland und kämpft gegen das Vorurteil an, Finanzinvestoren filetierten Unternehmen und ließen einen Scherbenhaufen zurück. Capvis-Manager Flaig wirbt auch mit der schweizerischen Diskretion bei den Deals, auf die die Unternehmer vertrauen könnten. „Die Verhandlungen laufen sehr vertraulich ab, das pfeift aus keiner Ecke“, sagt Flaig. Entsprechend will er auch Spekulationen, die Schweizer seien am Besteckhersteller WMF interessiert, nicht kommentieren.

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