Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.01.2010

16:32 Uhr

Messe

Wirtschaftskrise setzt Wachstum der Möbelbranche ein Ende

VonIngo Reich

Mit „einem blauen Auge davongekommen“ sei die deutsche Möbelindustrie im vergangenen Jahr, bewertet Branchenverbandschef Dirk-Uwe Klaas das Ergebnis des Jahres 2009. Mit einem Umsatzminus von etwa zehn Prozent erlösten die durchweg mittelständisch geprägten Unternehmen dieses Wirtschaftszweigs nur noch rund 18 Milliarden Euro nach 20,3 Milliarden im Vorjahr.

Die deutsche Möbelbranche steuert schwierigeren Zeiten entgegen. dpa

Die deutsche Möbelbranche steuert schwierigeren Zeiten entgegen.

KÖLN. „Die Wirtschaftskrise hat uns auf das Niveau des Jahres 2006 zurückgeworfen, sagte Klaas gestern während der Auftaktpressekonferenz zur Internationalen Möbelmesse „imm cologne“, die am nächsten Dienstag (19.1.) in Köln ihre Pforten öffnen wird. Das größte Minus fuhr die Branche im Exportgeschäft ein. Sorgenkinder sind vor allem Großbritannien und Spanien, die von der Immobilienkrise besonders getroffen wurden. Aber auch in die Benelux-Länder entwickelte sich der Export wenig erfreulich.

Nicht zuletzt wegen der staatlichen Stützungsmaßnahmen wie dem Kurzarbeitergeld blieb die Beschäftigung mit über 100 000 Mitarbeitern bei den knapp über 1 000 deutschen Möbelherstellern aber stabil.

Der heimische Möbelhandel hingegen will in das Klagelied nicht einstimmen. Mit einem Bruttoumsatz von fast 30 Mrd. Euro verharrte der Umsatz auf Vorjahresniveau. Brancheninterne Erhebungen deuteten sogar auf ein Wachstum von 1,5 bis 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr hin, berichtete Thomas Grothkopp vom Bundesverband des Deutschen Möbel-, Küchen- und Einrichtungsfachhandels (BVDM).

Der deutsche Möbelhandel, der sich fast komplett in der Hand von Familienbetrieben befindet, die sich ihrerseits meist in Einkaufsverbänden zusammengeschlossen haben, steigerte im Verlauf des Jahres 2009 seine Importe. Der Import von Möbeln aus chinesischer Produktion beispielsweise legte im vergangenen Jahr weiter zu, so dass China seinen Rang als Möbelimportland Nummer zwei (hinter Polen) festigte.

Für das laufende Jahr hoffen sowohl Möbelhandel als auch -industrie, dass von den 2 500 bis 5 000 Euro, die gut verdienenden Arbeitnehmerhaushalte aufgrund von Steuersenkungen mehr zur Verfügung stehen sollen, ein Großteil wieder in Möbel investiert wird. Im Gegensatz zu manchem Südeuropäer legt der Deutsche viel Wert auf sein zu Hause: der Pro-Kopf-Verbrauch an Möbeln ist hierzulande weltspitze. Deutliche Impulse sollen auch von der Kölner Möbelmesse ausgehen, die mit über 1 050 Ausstellern einen Zuwachs von einem Prozent verzeichnetund damit ein positives Signal setzt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×