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30.11.2014

22:25 Uhr

Metz

Lösung für insolventen Fernseh-Oldie gesucht

Der TV-Hersteller Metz kämpft schon seit geraumer Zeit ums Überleben. Nun hat auch das Traditionsunternehmen aus Zirndorf Insolvenz angemeldet. Die Suche nach einer Lösung läuft auf Hochtouren.

Eine Mitarbeiterin führt eine Mechanik-Kontrolle durch: Der Fernseh-Oldie Metz hat Insolvenz beantragt. dpa

Eine Mitarbeiterin führt eine Mechanik-Kontrolle durch: Der Fernseh-Oldie Metz hat Insolvenz beantragt.

Zirndorf Nach dem Insolvenzantrag des Fernsehherstellers Metz läuft die Suche nach Lösungen für das fränkische Traditionsunternehmen. Am Montag beraten Führungskräfte, Politiker, Gewerkschafter sowie der vorläufige Insolvenzverwalter über Wege aus der Krise. Auch Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) nimmt an dem Treffen im Landratsamt in Zirndorf teil. Gegen 16.30 Uhr ist eine Pressekonferenz geplant.

Metz hatte vor knapp zwei Wochen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Die Firma aus Zirndorf bei Nürnberg ist eine der letzten, die noch in Deutschland TV-Geräte produziert. Sie litt in den vergangenen Jahren zunehmend unter der Konkurrenz asiatischer Hersteller, die deutlich günstigere Modelle anbieten. In der jüngeren Vergangenheit hatte Metz mehrere Jahre mit Verlust abgeschlossen, 2013 brach der Umsatz um ein Viertel ein.

Darauf reagierte das Unternehmen, das sich als Nischenanbieter mit qualitativ hochwertigen Produkten vor allem an ältere Kunden richtet, mit einer grundlegenden Umgestaltung des Sortiments. Zudem wollte Metz auch außerhalb des klassischen Fachhandels sichtbar werden.

Kleines Fernseh-Glossar

Technologie verkauft Fernseher

Die TV-Hersteller arbeiten permanent an neuen Verfahren, um die Bildqualität weiter zu verbessern und die Funktionen zu erweitern – Technologie verkauft Geräte. Welche Schlagwörter sind derzeit angesagt?

Ultra HD (4K)

Ultra HD – oft auch als 4K bezeichnet – ist ein TV-Format mit sehr hoher Auflösung. Diese beträgt 3840 x 2160 Pixel, also 8,3 Megapixel. Das ist vier Mal so viel wie bei einem HD-Bild. Es mangelt noch an passenden Inhalten, allerdings werden herkömmliche Bilder hochgerechnet. Da die Geräte immer billiger werden, eignen sie sich langsam für den Massenmarkt.

OLED

OLED steht für Organic Light Emitting Diode, es handelt sich also um organische Leuchtdioden. Diese Technologie ermöglicht ein sehr kontrastreiches Bild und weite Blickwinkel, zudem verbraucht sie wenig Strom. Allerdings ist die Produktion der Paneele kompliziert und somit noch vergleichsweise teuer. Daher ist der Marktanteil der OLED-Geräte gering.

Gebogene Displays

Früher mussten Fernseher unbedingt flach sein – geht es nach einigen Herstellern, geht es heute nicht ohne gebogenes Display. Samsung, LG & Co. versprechen ein besseres Bild mit weniger optischen Verzerrungen. Der Vorteil liegt indes wohl eher im Design als im Seherlebnis. Dafür müssen Verbraucher einen hohen Preis in Kauf nehmen.

Smart TV

Fast alle neuen Fernseher sind inzwischen „smart“: Sie können nicht nur die herkömmlichen Kanäle, sondern auch Inhalte aus dem Internet darstellen, beispielsweise das Videoportal Youtube, Online-Videotheken oder extra für den großen Bildschirm programmierte. Dazu braucht es nur einen Breitbandanschluss. Allerdings nutzen viele Zuschauer diese Funktionen noch nicht. Zudem hapert es teils noch an der Bedienung – eine Kopplung mit Smartphone und Tablet soll Verbesserungen bringen.

Second Screen

Viele Fernsehzuschauer surfen nebenbei im Internet – entweder mit dem Smartphone oder dem Tablet-Computer. Dieses vergleichsweise junge Phänomen erlaubt TV-Herstellern, Filmemachern und Sendern, den zweiten, kleinen Bildschirm einzubinden. Etwa mit Informationen über die Sendung und Schauspieler oder Werbung. Zudem können die mobilen Geräte die klassische Fernbedienung ersetzen.

Schritte in die richtige Richtung, urteilte der vorläufige Insolvenzverwalter Joachim Exner nach einer ersten Prüfung. „Ich habe ein absolut intaktes Unternehmen vorgefunden, das sein Produktsortiment bereits erneuert hat, ein Unternehmen, das Marktanteile bis zur Insolvenzantragsstellung gewonnen hat und das sich neu im Markt positionierte.“ Aus diesen Gründen hätten bereits wenige Tage nach Erklärung der Zahlungsunfähigkeit mehrere Investoren Interesse angemeldet.

Von

dpa

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