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22.01.2011

11:28 Uhr

Miele

Zwei Familien, ein Unternehmen – ein Erfolg

VonSusanne Schier

Wenn zwei Familien ein Unternehmen führen, sind Streit und Missgunst oft vorprogrammiert. Nicht so bei Miele. Die beiden Eigentümerfamilien haben sich ganz dem gemeinsamen Erfolg des Hausgeräteherstellers verschrieben. Dazu passt ein Leitspruch: „Friede ernährt, Unfriede verzehrt“.

Und wieder zwei neue Miele. Miele

Und wieder zwei neue Miele.

GÜTERSLOH. Ein schönes Auto ist es, das Cabrio von Miele. Rot lackiert, mit vier braunen Ledersitzen, einem großen Lenkrad und vergoldeten Scheinwerfern. Bei diesem Anblick leuchten die Augen von Reinhard Zinkann, einer von fünf Geschäftsführern des Haushaltsgeräteherstellers Miele. Der Urenkel des gleichnamigen Firmengründers Reinhard Zinkann drückt auf die Hupe des roten Schmuckstücks. Eine Spritztour über die Landstraßen rund um den Firmensitz in Gütersloh würde ihm sicher gefallen.

Doch das geht nicht. Schließlich ist das Auto eine der Hauptattraktionen im Miele-Museum. Autos baut der Hausgerätehersteller schon lange nicht mehr. Und das sei gut so, sagt der Mit–Geschäftsführer und Urenkel des zweiten Firmengründers Carl Miele, Markus Miele: „Ich bin froh, dass sich unsere Vorfahren so entschieden haben. Wer weiß, wo wir heute stünden, wenn wir ein Automobilhersteller wären.“ Autos hat Miele nur zwei Jahre gebaut, zwischen 1912 und 1914. Das Geschäft mit den Waschmaschinen stellte sich aber als das erfolgreichere heraus. In die Automobilproduktion hätten die Unternehmer erst ordentlich investieren müssen. Da die Aufnahme von Fremdmitteln nicht infrage kam, stellten sie die Produktion wieder ein. Auch Reinhard Zinkann ist froh über diese Entscheidung seiner Vorfahren.

Miele und Zinkann sind sich einig, nicht nur in diesem Punkt. Gemeinsam führen sie Miele. Das Zweifamilienunternehmen ist ein Modell, das normalerweise zum Scheitern verurteilt ist. Doch bei Miele funktioniert es. Seit mehr als 111 Jahren produziert Miele Haushaltsgeräte, immer mit einem Herrn Miele und einem Herrn Zinkann an der Spitze.

Mit Markus Miele und Reinhard Zinkann sind nun zwei grundverschiedene Persönlichkeiten an der Reihe. Miele ist der Mann für die Technik. Er lächelt stets freundlich, aber zurückhaltend. Beim Reden bewegt er sich kaum. Der 42-Jährige mag es gerne schlicht, er trägt Einreiher mit einfarbigem Hemd. Sein Geschäftspartner Zinkann ist für das Marketing und den Vertrieb zuständig, für die Präsentation der Firma. Er trägt einen dunklen Zweireiher mit weißem Einstecktuch. Der 51-Jährige scherzt und lacht gerne laut. Im Gespräch macht er ausladende Bewegungen und steht kaum still.

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