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30.08.2011

11:55 Uhr

Miese Geschäftserwartungen

Börsenturbulenzen machen dem Mittelstand Sorgen

Die Euro-Schuldenkrise und die Börsenturbulenzen der vergangenen Wochen haben die mittelständischen Unternehmen in Deutschland tief verunsichert. Das zeigt das Geschäftsklima-Barometer des ifo-Instituts.

Das Barometer für die Geschäftserwartungen der Betriebe sank im August so stark wie nie. dpa

Das Barometer für die Geschäftserwartungen der Betriebe sank im August so stark wie nie.

Berlin/FrankfurtDie Schuldenkrise und die Börsenturbulenzen machen die deutschen Mittelständler skeptisch. Das Barometer für die Geschäftserwartungen der Betriebe sank im August so stark wie nie, teilte die staatliche KfW-Bankengruppe am Montag mit. Dadurch verlor das Geschäftsklima-Barometer 6,3 Punkte. Es war der stärkste Rückgang seit November 2008 im Zuge der Lehman-Pleite, die die weltweite Finanzkrise auslöste. Nur damals und während der Rezession, die 1992 dem Wiedervereinigungs-Boom folgte, hatte es höhere Einbrüche gegeben als im August.

Hauptgrund für die eingetrübte Stimmung war ein Einbruch bei den Geschäftserwartungen (minus 9,1 Prozent). „Im außergewöhnlich starken Rückgang des Geschäftsklimas im Mittelstand, insbesondere im Rekordeinbruch der Erwartungskomponente, spiegelt sich die hohe Verunsicherung über die Eurokrise und die jüngsten Verwerfungen an den Aktienmärkten“, sagte KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch. Verglichen mit Großunternehmen zeigten sich die kleineren und mittleren Unternehmen aber noch etwas zuversichtlicher: Dem Minus von 6,3 Punkten insgesamt stand ein Einbruch von 8,8 Punkten bei den großen Firmen gegenüber.

Sorgen um eine schwache Erholung der US-Wirtschaft und globale Rezessionsängste hatten jüngst die Börsen weltweit auf Talfahrt geschickt. Auch das Vertrauen von Finanzmarktprofis in den deutschen Aufschwung ging deutlich zurück.

Absolut gesehen ist die Stimmung aber immer noch sehr gut. Bei der Einschätzung der aktuellen Lage fiel das Barometer zwar um 3,1 auf 33,9 Punkte. „Man sollte aber im Blick behalten, dass die Mittelständler ihre Lage immer noch positiver beurteilen als im Boomjahr 2007“, betonte KfW-Chefvolkswirt Nobert Irsch.

In den nächsten Quartalen sei nur eine Abkühlung der wirtschaftlichen Dynamik „in Richtung Potenzialwachstum“ zu erwarten. „Auch für 2012 gehen wir nicht von einer Rezession aus.“ Dies setze allerdings eine gewisse Stabilisierung an den Finanzmärkten voraus und „eine überzeugende Umsetzung der von der europäischen Politik vorgesehenen Krisenbewältigungsmaßnahmen“.

Untersucht werden monatlich rund 7000 Unternehmen, davon 5600 Mittelständler. Das sind Firmen, die nicht mehr als 500 Beschäftigte haben und maximal 50 Millionen Euro Jahresumsatz erzielen.

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