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15.07.2014

17:36 Uhr

Millionen-Kauf

Autozulieferer Dürr will Homag übernehmen

Dürr will den Holz-Maschinenbauer Homag kaufen. Der Autozulieferer hat eine entsprechende Vereinbarung mit den Großaktionären erzielt. Mit Homag will Dürr seine Angebotspalette erweitern.

Mitarbeiter an einem Lackierroboter von Dürr: Das Unternehmen gerät durch die Übernahme des Holz-Maschinenbauers Homag an der Börse in Probleme. dpa

Mitarbeiter an einem Lackierroboter von Dürr: Das Unternehmen gerät durch die Übernahme des Holz-Maschinenbauers Homag an der Börse in Probleme.

FrankfurtDer Autozulieferer Dürr stößt mit der Übernahme des Maschinenbauers Homag in neue Geschäftsfelder vor. Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) und einige weitere Großaktionäre verkaufen Dürr insgesamt 53,7 Prozent der Anteile für 219 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Über einen Aktienpool mit den Familienaktionären kommt Dürr dann auf 75,8 Prozent der Stimmrechte.

Insgesamt wird der auf die holzverarbeitende Industrie spezialisierte Anlagen- und Maschinenbauer damit mit 408 Millionen Euro bewertet. Dürr hat als Lackieranlagenbauer seinen Schwerpunkt mit 80 Prozent des Umsatzes bei der Autozulieferung.

Mit der Übernahme von Homag könne Dürr seine Angebotspalette erweitern und sich neue Wachstumsmöglichkeiten erschließen, erklärte der Maschinenbauer. Homag erzielte im vergangenen Jahr mit rund 5100 Mitarbeitern einen Umsatz von 789 Millionen Euro bei einer operativen Umsatzrendite von 4,4 Prozent. Dürr kam bei 2,4 Milliarden Euro Umsatz auf 8,4 Prozent operative Rendite. Die Akquisition will Dürr aus eigenen Finanzmitteln finanzieren.

Die in Schopfloch im Schwarzwald ansässige Homag war 2007 von der DBAG an die Börse gebracht worden. Sie ist bisher die einzige börsennotierte Beteiligung des Frankfurter Finanzinvestors. Für ihn ist der Verkauf ein Befreiungsschlag. Die DBAG und einige Familienaktionäre hatten sich öffentliche Auseinandersetzungen über die Strategie geliefert. Nun winkt den DBAG-Aktionären eine Sonderdividende.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

Die Homag-Aktie schnellte um mehr als acht Prozent auf 27,29 Euro nach oben. DBAG-Papiere legten mehr als fünf Prozent zu. Die Dürr-Aktie gab dagegen mehr als drei Prozent nach.

Den verbleibenden Homag-Aktionären bietet Dürr für ihre Anteilsscheine jeweils 26,35 Euro, etwas mehr als die 26 Euro, die die Großaktionäre bekommen sollen. Dürr will nach Worten von Vorstandschef Ralf Dieter das Übernahmeangebot nicht aufstocken. Die angekündigten 26,35 Euro würden nicht nachgebessert, sagte Dieter am Dienstag.

Eine Zwangsabfindung oder ein Rückzug von der Börse sei nicht geplant. Homag solle selbstständig innerhalb des Dürr-Konzerns bleiben. Der Übernahme müssen die Kartellbehörden noch zustimmen.

Von

rtr

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