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02.05.2011

11:45 Uhr

Mischkonzern

Metro beschert Haniel Gewinnsprung

Der Familienkonzern Haniel hat im vergangenen Jahr Gewinn und Umsatz deutlich steigern können. Verantwortlich waren vor allem die guten Geschäfte der Beteiligung Metro.

Haniel-Chef Kluge: "2011 wird das Jahr der Umsetzung sein". Quelle: dpa

Haniel-Chef Kluge: "2011 wird das Jahr der Umsetzung sein".

DuisburgDer Chef des Mischkonzerns Haniel, Jürgen Kluge, will seine Pläne zum Umbau des Portfolios vorantreiben. "Analysieren und planen, das waren für Haniel im vergangenen Jahr die Aufgaben. 2011 wird das Jahr der Umsetzung sein", sagte Kluge am Montag auf
der Bilanzpressekonferenz in Duisburg. Der Familienkonzern, der unter anderem an dem Handelsriesen Metro beteiligt ist und die Mehrheit an dem Pharmahändler Celesio hält, wolle sein Portfolio stärker ausbalancieren.

"Wir streben eine ausgewogene Mischung aus kleineren und größeren Unternehmen an, aus solchen, die vollständig in unserem Besitz sind oder an der Börse notieren." Details nannte der seit Anfang 2010 amtierende Kluge zunächst nicht.

Zur weiteren Geschäftsentwicklung äußerte er sich verhalten optimistisch. Die wirtschaftlichen Folgen der Naturkatastrophe in Japan und der politisch unsicheren Lage in Nordafrika seien zwar noch nicht abzusehen. Der Vorstand gehe aber davon aus, dass Umsatz und Ergebnis operativ leicht steigen würden.

2009 waren Umsatz und Gewinn von Haniel wegen der hohen Konjunkturabhängigkeit einiger Beteiligungen deutlich zurückgegangen. Im vergangenen Jahr steigerte Haniel den Umsatz um zwölf Prozent auf 27,4 Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn kletterte auf 620 (Vorjahr: 164) Millionen Euro, nach Steuern fuhr Haniel einen Gewinn von 454 (21) Millionen Euro ein.

Zuwächse verzeichnete Haniel vor allem dank der besseren Geschäfte des Metro-Konzerns, an dem die Duisburger rund 34 Prozent halten. Der Ergebnisbeitrag aus der Beteiligung an dem Handelsriesen stieg auf 292 (105) Millionen Euro. Auch das Engagement bei Celesio, dem Rohstoffhändler ELG und der Büromöbel-Lieferanten Takkt zahlte sich stärker aus.

An die rund 650 Gesellschafter aus dem Kreis der Haniel-Familie will der Mischkonzern wie im Vorjahr eine Dividende von 60 Millionen Euro ausschütten.

An Celesio und Metro qill Haniel festhalten. Grundsätzlich sei zwar bei keiner Beteiligung etwas ausgeschlossen, sagte Kluge in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Bei Celesio spreche aber auch der gegenwärtig niedrige Kurs gegen eine Trennung. "Bei dem Kurs derzeit ist das nicht unsere Intention, da auf Teufel komm raus zu verkaufen. Warum sollten wir?"

Auch für Metro gebe es derzeit keine solchen Pläne. "Metro hat sich prima entwickelt." Es gebe neben einem Verkauf von Anteilen auch weitere Möglichkeiten. "Wir haben alle Möglichkeiten, mit dem Portfolio der Metro selber zu arbeiten", sagte Kluge. Er verwies auf die Abgabe von Geschäften in Marokko und von Media Markt/Saturn in Frankreich.

Von

rtr

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