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28.01.2004

08:58 Uhr

Mittelständische Unternehmen setzen auf ergebnisorientierte Gebührenmodelle

Neue Abrechnungsmodelle sollen Outsourcing-Kunden locken

VonHadi Stiel

Auch für mittelständische Unternehmen wird das IT-Outsourcing, die Auslagerung von IT-Services an einen Dienstleister, zunehmend interessanter. Zumal ihnen diese Dienstleister mittlerweile mit flexiblen Gebührenmodellen entgegenkommen - damit lassen sich die IT-Kosten der Unternehmen im Idealfall kräftig nach unten drücken.

HB DÜSSELDORF. „Mittelständische Unternehmen erwarten heute vom externen IT-Dienstleister verbrauchsorientierte und vor allem ergebnisorientierte Gebührenmodelle“, sagt Herbert Engelbrecht, Leiter des Kompetenz-Center IT-Sicherheit und Systemmanagement bei Ernst & Young in Stuttgart. Verbrauchsorientiert bedeute, dass das Unternehmen nur für den IT-Service zahlt, den es tatsächlich in Anspruch nimmt. Und ergebnisorientiert heißt, dass zwischen Dienstleister und Kunden bestimmte Vorgaben vertraglich fixiert werden. Nur wenn das Plansoll eingehalten wird, zahlt das Unternehmen die volle Gebühr, ansonsten nach unten abgestuft weniger. „Nur mit dem zweiten Gebührenmodell“, so Engelbrecht, „signalisiert der IT-Outsourcer die Bereitschaft, das Kostenrisiko mit zu tragen.“ Zudem sei nur dieses Verrechnungsmodell für den Mittelstand eine Art Rückversicherung, dass der Dienstleister alles dafür tue, das Soll zu erreichen.

Diese Verrechnungsofferte mit ihren Kostenrisiken für den externen Dienstleister wird nicht von allen Outsourcern angeboten. Siemens Business Services, EDS und Steria geben sich in dieser Hinsicht eher progressiv, IBM Global Services und Hewlett-Packard zurückhaltend. Christian Oecking, Leiter Global Outsourcing bei Siemens Business Services (SBS) in München, verweist auf IT-Service-Gebühren, die bei SBS an die Umsatz- oder Gewinnentwicklung des Kunden gekoppelt werden können.

Bei EDS können solche Gebührenzahlungen zusätzlich von Vorgaben wie Kosten pro PC-Arbeitsplatz und pro Netzanschluss abhängig gemacht werden. „Erreichen wir das gesteckte Ziel nicht, zahlt das Unternehmen entsprechend weniger“, stellt Walter Gora, Vice President Global Industry Practice bei EDS, heraus. Bei Steria trägt der IT-Dienstleister voll die Differenz, wenn Vorgaben nicht eingehalten werden sollten. Bezugsobjekte für diese Abrechnung mit für den Kunden garantiertem TCO (Total Cost of Ownership) können hier PC-Arbeitsplätze, Drucker-Services, Netzwerke und Server-Farmen sein. „Der von uns zugesicherte TCO liegt im Schnitt um 20 Prozent unter den bisherigen Eigenkosten des mittelständischen Unternehmens“, sagt Uwe Bergweiler, Leiter Consulting & Managed Services bei Steria.

Wenig Kostenrisikobereitschaft in puncto ergebnisorientierte Gebühren zeigen IBM Global Services und HP. Gerald Münzl, Leiter Marketing Strategic Outsourcing Central Region bei IBM Global Services, hält Strafzahlungen an die Kunden für nicht eingehaltene IT-Service- Levels im laufenden Betrieb für weitgehend ausreichend. Und Markus Feidicker bei HP Managed Services spricht von „Ausnahmefällen“, in denen man mit Mittelstandskunden ergebnisorientiert abrechne.

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