Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.01.2005

11:19 Uhr

Mittelständler könnten überfordert sein

IFRS für alle? - Viele Mittelständler zögern noch

VonReinhard Lückmann (Handelsblatt)

Ist es schon fünf vor Zwölf oder wird alles nur wieder einmal viel zu heiß gegessen? Ob auch der breite Mittelstand tatsächlich ab diesem Jahr seine Rechnungslegung nach den „International Financial Reporting Standards“ (IFRS) aufstellen muss, wird sogar unter Experten kontrovers diskutiert.

HB DÜSSELDORF. Wie auch immer - Buchhalter zu sein, ist derzeit alles andere als einfach. Der Konjunkturwind weht vielen Unternehmen dermaßen hart ins Gesicht, dass sich selbst die versiertesten Bilanzpolitiker den Kopf darüber zerbrechen müssen, wie sie die Abschlüsse noch einigermaßen „ansehnlich“ hinkriegen.

Daneben verursachen Brüssel und Berlin zusätzlichen Stress: Unternehmen, die den Kapitalmarkt beispielsweise als Aktiengesellschaft oder Emittent von Anleihen in Anspruch nehmen, sind verpflichtet, ihren Konzernabschluss nach den IFRS aufzustellen. Bislang reicht ein Abschluss nach dem Deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) aus. Wer denkt, alle anderen könnten sich zufrieden zurücklehnen und weiter mit dem HGB-Zahlenwerk arbeiten, der könnte womöglich falsch liegen. Denn es gibt eine große Zahl von nicht umstellungspflichtigen Gesellschaften, die sich auf Grund der Erwartungshaltung von Stakeholdern, wie Kunden. Lieferanten sowie last but not least Hausbanken gezwungen sehen, ebenfalls auf die internationalen Standards umzustellen. Allerdings sind sich selbst die Experten heute noch uneins darüber, ob dieser Druck so groß werden wird, dass auch der breite Mittelstand auf IFRS umstellen muss.

Zu den größeren Gesellschaften, die sich zur freiwilligen Umstellung entschlossen haben, gehört das Familienunternehmen Freudenberg. Der Anbieter von technischen Komponenten, mechanischen Haushaltsreinigungsprodukten sowie Spezialschmier- und Trennstoffen (mit 3,9 Mrd. Euro Umsatz und 32 000 Mitarbeitern) bilanziert bereits seit 2002 nach IFRS. Anders der Schwanhäußer Industriekonzern. Die Kosmetik- und Schreibartikel-Gruppe (Schwan-Stabilo) will vorerst am HGB-Zahlenwerk festhalten. „Wir sehen keine Notwendigkeit, zum jetzigen Zeitpunkt umzustellen“, so ein Sprecher. Man sei nicht vom Kapitalmarkt anhängig.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×