Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.08.2012

13:16 Uhr

Mittelstand

Immer auf die Kleinen

VonThomas Sigmund, Klaus Stratmann

Der Mittelstand befürchtet das Schlimmste: Der Atomausstieg lässt die Energiekosten weiter steigen. Und SPD-Chef Gabriel denkt auch noch über eine Reichensteuer nach. Die würde Zehntausende Familienbetriebe treffen.

Die Kosten der Energiewende wirken sich immer stärker auf das Portemonnaie der Bürger aus. Verbraucherschützer fordern deshalb eine Subventionierung des Strompreises. dpa

Die Kosten der Energiewende wirken sich immer stärker auf das Portemonnaie der Bürger aus. Verbraucherschützer fordern deshalb eine Subventionierung des Strompreises.

DüsseldorfEs sind mindestens zwei Dinge, die den deutschen Mittelstand gerade umtreiben: Die Forderungen von SPD und den Gewerkschaften nach höheren Abgaben für Reiche und Topverdiener und die steigenden Kosten für Strom. Familienbetriebe fürchten, immer größeren Belastungen ausgesetzt zu werden, und sie fühlen sich bedroht.

Zum Beispiel durch den jüngsten Vorstoß von SPD-Chef Sigmar Gabriel, der zu mehr "sozialem Patriotismus" aufgerufen und sich der Initiative "Um-fair-teilen" angeschlossen hat. Die Initiative wird vor allem von Gewerkschaften und Sozialverbänden getragen. Sie fordern eine Vermögenssteuer und -abgabe, einen höheren Spitzensteuersatz und eine höhere Erbschaftsteuer. Damit sollen soziale Ausgaben finanziert werden. Betroffen von diesen Plänen wären auch Zehntausende von Familienbetrieben mit persönlich haftenden Gesellschaftern.

Ein politisches Szenario, gegen das sich auch das Handwerk stemmt. "Es geht eben nicht um die wenigen wirklich Reichen, es geht um höhere Steuern für den Mittelstand", sagt Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Denn viel von wenigen holen, bringe dem Staatssäckel kaum etwas ein. Etwas weniger nehmen, dafür aber von ganz vielen - das mache den Beutel dick, sagte der ZDH-Generalsekretär.

"Die SPD will genau diejenigen belasten, die sie in Sonntagsreden selbst - zu Recht übrigens - als Stütze der deutschen Wirtschaft und Bewahrer von Arbeitsplätzen lobt - nämlich den deutschen Mittelstand", sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann dem Handelsblatt. Ein solcher Schritt belaste die Unternehmen unmittelbar - kapitalintensive Investitionen würden zurückgestellt.

SPD-Chef Gabriel ist nicht der Einzige, der sich in diesen Tagen Gedanken über die Besteuerung von Vermögenden macht. DGB-Chef Michael Sommer hatte jüngst eine "Zwangsanleihe" für Reiche gefordert. Sommer griff damit einen Vorschlag des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) auf. Die Ökonomen hatten angeregt, Bürger mit einem Vermögen über 250.000 Euro zu verpflichten, Schuldpapiere des Staates zu kaufen und diesem so Geld zu leihen. Laut DIW könnte der Bund damit rund 230 Milliarden Euro einsammeln.

Kommentare (34)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

07.08.2012, 13:48 Uhr

Wenn schon Anführungszeichen, dann konsequent.

Also so:
"Zwangsanleihe für Reiche"
oder so:
Zwangsanleihe für "Reiche"

Wer bis am Ende seines Arbeitslebens € 250'000 auf der Seite hat, ist nicht reich, sondern hat allenfalls
Chancen, der Altersarmut zu entkommen.

Chris6000

07.08.2012, 14:04 Uhr

Auch das Handelsblatt kommt nicht mehr an der Diskussion über die 1% oder 10% Reichen vorbei: Diese occupieren 33 bzw. 66% allem Vermögens gemäß aktueller DIW-Studie. Das ist eine Schande. Und sie bauen schon wieder das Schreckgespenst mit den Mittelstand auf.

Account gelöscht!

07.08.2012, 14:08 Uhr

Momentan gibt in Deutschland Arme und Reiche.

Wenn wir einfach alle Reichen verjagen, dann ist das Problem doch gelöst, oder nicht Herr Gabriel?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×