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10.01.2010

09:00 Uhr

Mittelstand

Leasinganbieter werben um kleine Fuhrparks

VonChris Löwer

Flottenfinanzierer und Leasinggesellschaften entdecken kleine und mittlere Unternehmen als neues Kundensegment. Das hat einen einfachen Grund: Der Markt für größere Flotten ist längst aufgeteilt. Familienunternehmen können attraktive Konditíonen aushandeln. Die Hintergründe.

Limousinen auf einem Parkplatz: Kleine Flotten als neues, attraktives Kundensegment. Quelle: dpa

Limousinen auf einem Parkplatz: Kleine Flotten als neues, attraktives Kundensegment.

BERLIN. Zehn Autos auf dem Hof, der örtliche Autohändler, ein befreundeter Schrauber und die Sekretärin, die sich mit Reparaturrechnungen, Serviceterminen und Tankquittungen herumschlägt - so sieht häufig „Fuhrparkmanagement“ im Mittelstand aus. Doch das ändert sich, denn Flottenfinanzierer und Leasinggesellschaften umwerben kleinere und mittlere Betriebe mit attraktiven Angeboten.

Das hat einen einfachen Grund: „Der Markt größerer Flotten ist längst aufgeteilt, so dass nun verstärkt kleinere Fuhrparks mit bis zu 20 Fahrzeugen in den Fokus der Leasinggesellschaften gerückt sind“, sagt Friedhelm Westebbe, Geschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL). "Dort schlummert noch Potenzial."

Wenn eine Gesellschaft Maschinen an ein mittelgroßes Unternehmen verleast, dann ließen sich ohne Akquiseaufwand noch ein paar Fahrzeuge mitbetreuen. „Ohnehin sind ja die Infrastruktur und die Software in den Häusern vorhanden, so dass sich das Potenzial ohne Zusatzaufwand erschließen lässt“, sagt Westebbe. Mittelständler dürften nicht unbedingt auf hohe Mengenrabatte hoffen, bemerkt der BDL-Chef, doch immerhin: „Weniger Organisation und Verwaltung entlasten auf jeden Fall.“

Auch das kann sich rechnen: „Bei vielen Mittelständlern wird der Fuhrpark nebenher mitgemacht. Der Zuständige muss sich immer wieder neu in die Thematik einarbeiten, etwa wenn ein Unfall passiert ist“, sagt Ludger Reffgen, Geschäftsführer der Auto Service Leasing (ASL) in Oberhaching. Das GE-Tochterunternehmen umwirbt ebenfalls die begehrte Zielgruppe. „Gerade während der Krise wird der Bedarf an professionellem Fuhrparkmanagement und unabhängiger Beratung steigen“, sagt Reffgen. Wer die Aufgabe in professionelle Hände gibt, könne zwischen zehn und 15 Prozent Prozesskosten sparen und die Gesamtkosten für das Fahrzeug immerhin um fünf Prozent senken.

Geringere Belastungen

„Auch die Rechnungsprüfung durch Spezialisten verhindert unnötige Kosten. Bei gezieltem Einsatz lassen sich so die Belastungen für einen mittelständischen Fuhrpark um bis zu 20 Prozent reduzieren“, rechnet Karl-Heinz Kral vor. Er ist Leiter der Alphabet Fuhrparkmanagement in München, die zu BMW gehört.

Selbst Branchengrößen wie Volkswagen Leasing bedienen kleine und mittlere Gewerbetreibende. Klaus-Dieter Schürmann, Vorstand der Volkswagen Financial Service, nennt die Zielgruppe „Small Commercials“ und spricht von einem „wichtigen Marktsegment“. Bei Mercedes hat man die Erfahrung gemacht, dass das Thema Dienstwagen im Mittelstand meist Chefsache ist. „Inhaber oder Geschäftsführer stellen die Weichen, wenn es um die Themen Car Policy, Budget, Rahmenverträge und Kostenkontrolle geht“, sagt Peter Küspert, Mitglied der Geschäftsleitung der Mercedes-Benz Vertriebsorganisation Deutschland.

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