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03.07.2012

09:09 Uhr

Mittelstand Spezial

Berlin - Hauptstadt der Gründer

VonDiana Fröhlich

Berlin ist nicht nur Politik und Kultur. Die Hauptstadt hat sich zum kreativen Zentrum der Netzwelt entwickelt. Nirgends in Europa investieren Kapitalgeber so viel in Start-ups wie hier. Ein Streifzug durch die Szene.

Arbeiten im Café Sankt Oberholz: Hier trifft sich die Start-up-Szene Berlins. action press

Arbeiten im Café Sankt Oberholz: Hier trifft sich die Start-up-Szene Berlins.

Düsseldorf„Das Leben ist kein Ponyhof“ steht an der Außenfassade des Café Sankt Oberholz am Rosenthaler Platz in Berlin-Mitte - im Inneren arbeitet Shermin Voshmgir an ihrem eigenen Internet-Start-up. In der Hauptstadt, nicht in ihrer Heimat Österreich, treibt sie ihre Zukunft als Unternehmerin voran. Denn hier spürt sie den Gründergeist, den sie überhaupt erst mit ihrem Umzug von Wien nach Berlin entdeckt hat.

Voshmgir ist Mitte 30, sie hat Betriebswirtschaft studiert, Filme gedreht, bei einer Unternehmensberatung gearbeitet. Und ist dann nach Berlin gegangen. Voshmgir ist aber nicht eine jener Kreativen, die es nach Berlin zieht, weil sich dort auch ohne Arbeit gut leben lässt. Sie gehört zur neuen Generation der Berlin-Mitte-Kreativköpfe. Junge Leute, die ihre Gabe mit Unternehmergeist zu vermengen wissen - und für ein deutsches Gründungswunder sorgen.

Im März will Voshmgir den Prototyp ihrer Webseite Cinovu, einer Internet-Plattform für Liebhaber des Programmkinos, fertig haben. Voshmgir, die beige Mütze gehört zu ihr wie die rot lackierten Nägel, sagt, dass sie sich in Berlin wohl fühle. "Ein gewisser Schlag Mensch", der sich da im Oberholz trifft. Kreative Köpfe, die mutig sind. Die sich trauen, etwas zu wagen, bei dem sie nicht wissen, wie es ausgehen wird.

Rund 400 Start-ups, vor allem in der Internetbranche, sind laut des Nachrichtenportals Deutsche Start-ups allein in den vergangenen fünf Jahren in der Hauptstadt entstanden. Die höchste Gründerquote bundesweit hat nach Angaben der Kreditanstalt für Wiederaufbau Berlin. Damit verbunden sind mehr als 10.000 Arbeitsplätze.

Viele der Menschen, die in Berlin Internet-Ideen entwickeln, Kapital in selbige Ideen investieren oder Ideengeber und Investoren zusammenbringen, kommen nicht aus Deutschland. In Start-up-Kreisen gilt die Hauptstadt, einst verschrien als „arm aber sexy“, als zweite globale Anlaufstelle für Risikokapital hinter dem Silicon Valley. Das liegt an geringen Mieten und Lebenshaltungskosten - aber auch an den Netzwerken, die hier alle Beteiligten geknüpft haben. So entstand ein einmaliges, quasi autarkes Ökosystem.

Kommentare (2)

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20.07.2012, 14:25 Uhr

Deutschlands Start-Up-Szene profitiert vom chinesischen Dissidenten Ai Weiwei: Der digitale Wandel ist essenzieller Bestandteil seiner Kunst.Interssanter Artikel auf http://www.theeuropean.de/alexander-goerlach/11753-ai-weiwei-und-digitale-start-ups

Ralf_Mendes

27.11.2012, 15:50 Uhr

klar sind die start-up-unternehmer besser informiert als früher, doch es kommt auch darauf an, wie breit ein unternehmen aufgestellt ist. nützt es mir etwas, wenn ich vielleicht ein gute idee habe, aber kaum eine ahnung davon, wie man ein unternehmen hochzieht?

ich verzweifel manchmal auch alteingessenen firmen bzw. ganzen branchen, die die zeichen der zeit nicht erkannt haben und sich anschließend wundern, dass der laden den bach runtergeht. lange sah es z.b. auch in der hotelbranche so aus, doch zumindest die scheinen so langsam begriffen zu haben: http://www.seosupport.de/online-marketing/hotel-branche-im-online-bereich-gut-aufgestellt/

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