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14.01.2007

18:04 Uhr

Mittelstand

Steuerreform macht alles komplizierter

VonDonata Riedel

Speziell der Mittelstand wird von der geplanten Unternehmensteuerreform profitieren. Und dennoch werden die Unternehmer wohl kaum in Jubel ausbrechen – denn Hand in Hand mit der Verbesserung kommt ein neues bürokratisches Monster, wie das Handelsblatt exklusiv erfahren hat.

BERLIN. Die Vorteile der geplanten Unternehmensteuerreform werden das deutsche Steuersystem weiter verkomplizieren. Das ergibt sich aus ersten Überlegungen im Bundesfinanzministerium darüber, wie künftig einbehaltene Gewinne im Mittelstand gegenüber ausgeschütteten Gewinnen steuerlich begünstigt werden.

Wie das Handelsblatt aus Kreisen des Ministeriums und der Wirtschaftsverbände erfuhr, kann künftig jeder Anteilseigner einer Personengesellschaft jedes Jahr neu entscheiden, welchen Teil des Gewinns er steuerbegünstigt im Unternehmen lassen will. Es werde keinen Zwang für Personengesellschaften geben, sich an Kapitalgesellschaften anzugleichen, hieß es

.

Im Mittelpunkt der geplanten Unternehmensteuerreform stehen niedrigere Steuersätze für Kapitalgesellschaften: Für sie soll die Last aus den Sätzen von Körperschaftsteuer, Soli und Gewerbesteuer von heute knapp 40 Prozent auf unter 30 Prozent sinken. Auch Personengesellschaften, die auf der Ebene ihrer Eigentümer der Einkommensteuer unterliegen, sollen von der Steuersenkung profitieren. Bei der Einkommensteuer steigt der Satz mit der Höhe des Gewinns auf 42 Prozent plus Soli und Kirchensteuer.

Eine Beamtenarbeitsgruppe im Bundesfinanzministerium, an der auch Beamte von Länderfinanzministerien beteiligt sind, verständigte sich Ende vergangener Woche darauf, wie die Steuern auf einbehaltene Gewinne bei Personengesellschaftern ebenfalls auf unter 30 Prozent begrenzt werden sollen. Das Ergebnis wird Bestandteil des Gesetzentwurfs für die Unternehmensteuerreform. Der entsprechende Referentenentwurf soll bis 26. Januar vorliegen. Nach den bisherigen Planungen soll dann am 14. März das Kabinett den Entwurf beschließen. Bundestag und Bundesrat sollen die Reform bis zur Sommerpause verabschieden. Zum 1. Januar 2008 soll sie in Kraft treten.

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