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15.01.2009

18:02 Uhr

Mittelstand

„Wachstum aus eigener Kraft“

Auch an den deutschen Familienunternehmen geht der weltweite Konjunkturabschwung nicht spurlos vorbei. Doch einige von ihnen sehen die Finanzkrise und ihre Folgen erstaunlich gelassen. Denn Schwierigkeiten bei der Kreditaufnahme sind für viele Familienunternehmen zurzeit kein Thema.

Dem Familienunternehmen Miele geht es gut. Foto: ap ap

Dem Familienunternehmen Miele geht es gut. Foto: ap

HB FRANKFURT/MAIN. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur Associated Press ergab. Denn seit Jahrzehnten haben sie weniger auf Banken, als auf die eigenen Stärken gesetzt. So lassen die Diskussionen über eine mögliche Kreditklemme Heinrich Deichmann kalt. "Zu unseren Geschäftsprinzipien gehört seit jeher das Wachstum aus eigener Kraft", sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung des größten europäischen Schuhhändlers Deichmann. "Daher spielt die Kreditvergabe der Banken für uns eine absolut untergeordnete Rolle."

Auch beim Hausgerätehersteller Miele heißt es: "Wir sind nicht fremdfinanziert, wir sind eigenkapitalfinanziert." Das Problem einer Kreditklemme stelle sich für das Traditionsunternehmen mit den rund 16 000 Beschäftigten damit gar nicht erst, sagte Sprecher Theodor Siepert. Firmenchef Markus Miele betonte jüngst der Zeitschrift "Guter Rat": "Auch wir müssen unsere Umsatzerwartungen zurückfahren, aber bodenständige Unternehmen wie Miele sind gerade in der Krise stark." Die Struktur eines Familienunternehmens biete Vorteile gegenüber einer AG, erläutert Miele: "Unter dem Druck der Aktionäre opfern Manager oft langfristige Ziele zugunsten kurzfristiger Gewinnmaximierung. Wir können auch mal eine Einführung hinausschieben, um das Produkt noch weiter zu verbessern. So vermeiden wir Fehlentscheidungen."

Hohe Eigenkapitalquote hilft. Das unterstreicht auch der frühere Karstadt Quelle-Chef Christoph Achenbach, heute geschäftsführender Gesellschafter der INTES-Beratungsgesellschaft für Familienunternehmen. "In vielen Familienbetrieben wurde in den guten letzten Jahren das Eigenkapital im Unternehmen gehalten, der erwirtschaftete Gewinn wieder investiert. Im Gegensatz dazu haben einige Publikumsgesellschaften aufgrund der Orientierung an kurzfristigen Ausschüttungen ihre Immobilien oder andere Substanzwerte veräußert."

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