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06.05.2013

14:59 Uhr

Mittelstand

Wie Chinesen Arbeitsplätze in Deutschland sichern

VonMark Fehr

Ein gängiges Vorurteil: Chinesen schnappen sich deutsche Unternehmen und saugen Ingenieurswissen und Mitarbeiter ab. Doch die Realität sieht durchaus anders aus. Wer sich über die Käufer aus Fernost freut.

Produktion beim Baumaschinenhersteller Putzmeister. Das Unternehmen gehört dem chinesischen Sany-Konezrn. dpa

Produktion beim Baumaschinenhersteller Putzmeister. Das Unternehmen gehört dem chinesischen Sany-Konezrn.

DüsseldorfWenn Ulrich-Nicolaus Kranz, Vorstandsmitglied des Autozulieferers Kiekert, diese Woche die Automesse in Schanghai bestaunt, trifft er zu diesem Anlass nicht nur seine Auftraggeber aus der Fahrzeugindustrie. Der deutsche Manager nutzt den Abstecher nach China auch für Meetings mit den neuen chinesischen Eigentümern des Unternehmens, das in Heiligenhaus bei Düsseldorf sitzt.

Kiekert, Erfinder der Zentralverriegelung und Spezialist für Autoschlösser, gehört seit März 2012 dem staatlichen Industriekonzern North Lingyun Industrial aus Peking. In dessen Händen soll der einst krisengebeutelte Zulieferer wieder festeren Boden unter die Füße bekommen. Allerdings sorgt es hierzulande oft für Unbehagen, wenn ein chinesisches Unternehmen bei einem deutschen einsteigt. Das lokale Management fürchtet den Abfluss von Know-how ins aufstrebende China, während die heimischen Arbeitnehmer um ihre Jobs zittern, da die fernöstlichen Kollegen immer noch zu niedrigeren Löhnen arbeiten.

Diese Vorurteile widerlegt nun eine Studie der Bertelsmann Stiftung über chinesische Direktinvestitionen in Deutschland, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Danach gebärden sich die Chinesen meist als sanfte Eroberer und sichern deutsche Arbeitsplätze, statt Jobs in die billigere Heimat zu verlagern. Aufsehen erregt hat vor allem die Übernahme des Betonpumpenherstellers Putzmeister aus Aichtal bei Stuttgart durch den chinesischen Baumaschinenkonzern Sany Anfang 2012. Auch bei der weniger breit wahrgenommenen Kiekert-Übernahme sicherten sich Chinesen das Eigentum an einem versteckten deutschen Champion. Ebenso beim Kauf des "Schwitzspezialisten" Saunalux aus dem Vogelsberg in Hessen durch den chinesischen Branchenkollegen Saunaking.

Noch ist die Bedeutung chinesischer Investitionen für Deutschland im Vergleich zu Geldgebern aus den USA oder Europa gering. Aber sie dürfte deutlich wachsen. Laut einer Prognose des Wirtschaftsforschungsunternehmens Prognos AG im Auftrag der Bertelsmann Stiftung werden die jährlich aus China nach Deutschland fließenden Direktinvestitionen von rund 500 Millionen Dollar in 2011 auf den vierfachen Wert von mehr als zwei Milliarden Dollar im Jahr 2020 steigen. Fürchten sollten wir uns nach Meinung der Experten davor nicht.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

06.05.2013, 15:18 Uhr

Chinesen sichern Arbeitsplätze nur solange in Deutschland, bis sie das "Know-how" und "gewußt-wie" im Wissenstransfer aufgezogen haben und zu ihrem igenen Standard normiert und umfunktioniert haben.

Wie doof muss man eigentlich sein, 1. um so etwas zu beklatschen und 2. sich selbst und seine Zukunftsfähigkeit ins Knie zu schießen.

An Idiotie nicht mehr zu toppen.

v50sau

06.05.2013, 16:11 Uhr

ja ja, die Bertelsmann-Stiftung....

Einfach mal googeln und mit Vorsicht genießen.
Chinesen sichern durch Übernahmen Arbeitsplätze in Deutschland. Aber hallo! Wie lange? Bis das know-how in China ist. Siehe Transrapid.

Numismatiker

06.05.2013, 16:36 Uhr

@ Zecke

Betriebswirte denken nur bis zur eigenen Nasenspitze (falls überhaupt). Übergeordnetes Denken und das Erfassen von einfachen Zusammenhängen gehört nicht zu deren Anforderunsspektrum .

Die sind wirklich so doof. Kritisch wird es, wenn eine Zeitung, die Wirtschaftskompetenz für sich reklamiert, solche "Studien" einfach unreflektiert nachplappert.

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