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28.03.2012

10:35 Uhr

Mittelstandsanleihen

Markennamen ziehen besser

VonLaura de la Motte

Eins wird mit einem Blick auf Mittelstandsanleihen schnell deutlich: Je unbekannter das Unternehmen, desto schwerer wird eine erfolgreiche Platzierung. Gerade hier gilt: Transparenz und Kommunikation sind entscheidend.

Der Mittelständler Valensina platziert 2011 eine Unternehmensanleihe - erfolgreich nicht zuletzt dank des bekannten Namens. dpa

Der Mittelständler Valensina platziert 2011 eine Unternehmensanleihe - erfolgreich nicht zuletzt dank des bekannten Namens.

FrankfurtMarkennamen ziehen bei Anlegern immer. Das zeigt sich ganz deutlich im Markt für Mittelstandsanleihen. Ob Valensina, Katjes, Air Berlin oder zuletzt Seidensticker – ihnen allen gelang es binnen eines Tages, jeweils ihr komplettes Emissionsvolumen zu platzieren. Weniger bekannte Firmen haben es dagegen deutlich schwerer.

Gerade in der zweiten Jahreshälfte 2011, als der Markt im Zuge der allgemeinen Unsicherheit an den Finanzmärkten zu schwächeln begann, gingen reihenweise Mittelständler baden. Selbst der vergleichsweise bekannte Buchverlag Bastei-Lübbe schaffte die vollständige Platzierung nur dank seiner begleitenden Bank Close Brothers Seydler. Diese nahm einen Teil der Anleihen zunächst selbst auf die Bücher.

Finanzierungsquelle

Alternative

Mit Mittelstandsanleihen zapfen Unternehmen den Kapitalmarkt an und machen sich damit unabhängiger von der Kreditfinanzierung.

Börsenbetreiber

Börsen wie Stuttgart, Frankfurt, Düsseldorf und Hamburg-Hannover profitieren von dem Trend, der sich zuletzt durch die Erfolge von Seidensticker und des Recycling-Spezialisten Scholz verstärkt hat. Mit 20 neuen Emissionen wird im Laufe des Jahres gerechnet.

Transparenz

Anleger bemängeln, dass es keine Informationen darüber gibt, ob die Anleihen komplett platziert werden oder nur teilweise. Die Unternehmen sollten damit offener umgehen, heißt es.

Solche Schützenhilfe bekamen andere Emittenten wie etwa Albis Leasing, GIF, Procar, Hkw Personalkonzepte oder Royalbeach nicht. Sie blieben während der regulären Zeichnungsfrist auf einem großen Teil ihrer Anleihen sitzen und versuchen seitdem sie nachzuplatzieren. Dafür haben die Unternehmen in der Regel zwölf Monate Zeit, doch durch das große Angebot sind Kurserholungen begrenzt. „Die Anleihen werden derzeit mit starken Preisnachlässen angeboten“, sagt Tobias Spies, Fondsmanager beim Vermögensverwalter Dr. Kohlhase. Verkaufen die Unternehmen ihre Anleihen unter Nennwert, wird es zudem teuer für sie, denn bei Fälligkeit müssen sie ihre Bonds zum Nennwert zurückzahlen.

Darum müssen gerade unbekanntere Firmen ihre Anleiheemission sehr gut vorbereiten. „Das Wichtigste ist Visibilität und Transparenz“, sagt Lutz Weiler, Vorstand der Equinet-Bank, die die Emission von Ekosem-Agrar, einem Milchproduzenten, begleitet. Die Unternehmen müssten frühzeitig über sich selbst berichten und gezielt die Medien ansprechen.

Das fängt mit normalen Pressemitteilungen etwa über einen Großauftrag an und geht mit den harten Fakten aus den Geschäftsberichten weiter. Auch den Ratingbericht stellen immer mehr Unternehmen zur Verfügung. Wird die Emission durch eine Bank begleitet, stellt diese den Kontakt zu institutionellen Investoren her und erarbeitet eine Analysteneinschätzung. Unternehmen, die ihre Emission selbst organisieren, können ein externes Analysehaus wie GBC Research mit einer Bewertung beauftragen. „In der Vermarktung sollten die Unternehmen die Vorzüge ihres Geschäftsmodells und der Branche, aber auch die Risiken offen ansprechen“, sagt Henryk Deter von der Kommunikationsberatungsfirma Cometis, die den Biogasanlagenbauer MT-Energie bei der Anleiheemission berät.

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