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17.03.2013

18:02 Uhr

Mittelstandsbarometer

Zufriedenheit mit dem Standort Deutschland sinkt

Deutsche Mittelständler sind mit den Bedingungen vor Ort nicht mehr so glücklich wie sie einmal waren. Auch die Zufriedenheit mit der Politik für den Standort Deutschland sinkt. Die Sorgenliste der Unternehmen ist lang.

Besonders große Sorgen bereiten dem deutschen Mittelstand neben der europäischen Schuldenkrise hohe Energiepreise. dpa

Besonders große Sorgen bereiten dem deutschen Mittelstand neben der europäischen Schuldenkrise hohe Energiepreise.

StuttgartNur noch jeder dritte Mittelständler in Deutschland ist mit den Rahmenbedingungen an seinem Standort uneingeschränkt zufrieden. Damit fällt der Anteil derjenigen, die die Gegebenheiten vor Ort rundum gut bewerten, von 40 auf 34 Prozent, wie aus dem am Sonntag veröffentlichten Mittelstandsbarometer der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young hervorgeht.

Die Umfrage wird halbjährlich unter 3000 Firmen mit 30 bis 2000 Mitarbeitern durchgeführt. Erstmals seit 2009 sank den Angaben zufolge dabei auch die Zustimmung zur bundesweiten Standortpolitik. Zuletzt bewerteten 80 Prozent der Befragten diese als positiv. Im Vorjahr waren es noch 87 Prozent der Mittelständler gewesen.

„In der sinkenden Zustimmung zur Standortpolitik der Bundesregierung spiegelt sich vor allem die konjunkturelle Unsicherheit in der Eurozone und damit auch in Deutschland wider“, erklärte der Mittelstandsexperte von Ernst & Young, Peter Englisch. Nach wie vor sei aber eine große Mehrheit der Mittelständler aber grundsätzlich einverstanden mit der politischen Richtung für den heimischen Standort.

Am zufriedensten waren demnach Unternehmen in Bayern. Der Freistaat liegt mit den besten Wertungen in Bildungs-, Mittelstands- oder Förderpolitik auf Platz 1 des Ländervergleichs - gefolgt von Baden-Württemberg und Niedersachsen. Hinten landete das Saarland, noch nach Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

Besonders große Sorgen bereiten dem deutschen Mittelstand neben der europäischen Schuldenkrise demnach auch hohe Energiepreise. 70 Prozent aller Befragten bezeichneten hohe Kosten für Energie als große oder sehr große Gefahr für die deutsche Konjunktur.

Ähnlich bewerteten sie die Verunsicherung von Unternehmen und Investoren wegen der Staatsschuldenkrise in Europa. Die Mehrheit der Befragten (72 Prozent) erwartet eine weitere Zuspitzung der Krise, jeder Dritte glaubt sogar an ein Zerbrechen der Eurozone.

Doch auch nach hinten ist die Sorgenliste lang: Ähnlich schwer zu schaffen machen den deutschen Mittelständlern hohe Rohstoffpreise, die Rezession in europäischen Ländern, aber auch potenzielle Kunden, die wegen der Krise verunsichert sind.

Von

dpa

Kommentare (7)

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Frieda

17.03.2013, 19:31 Uhr

Auch ein Indiz: Das Interesse sich selbständig zu machen ist rückläufig. Viel Arbeit, hohes Risiko, geringes Ansehen. Im Erfolgsfall viel Neid - im Fall des Scheiterns viel Schadenfreude.

FelixKrull

17.03.2013, 20:05 Uhr

scheinselbständige werden nicht mehr unkritisch durchs amt gefördert,selbständige aus osteuropa werden auch nicht mehr unkritisch zugelassen und plumpe abzocke in den verdächtigen branchen werden durch verbraucher nicht mehr nachgefragt.

kein weltuntergang

es wurden noch nie soviel halbfertigprodukte eingeführt.

alle statistiken bleiben statistiken

Radek

17.03.2013, 22:40 Uhr

Energiekosten und hohe Rohstoffpreise sind in der Tat ein Problem. Bei einer Modifizierung der Euro-Zone hin zu kleineren Währungsverbünden oder Rückkehr zu den eigenständigen Währungen, wäre diese Problematik mit einer Währungsaufwertung in Deutschland allerdings vom Tisch.
Halbfertigprodukte könnten auch günstiger eingekauft werd-
en und so Wettbewerbsnachteile durch eine härtere Währung kompensieren.

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