Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.05.2013

14:08 Uhr

Nach kaltem Winter

Deutsche Baubranche gibt sich ehrgeizig

Der kalte und lange Winter hat zu Jahresbeginn viele Baustellen lahmgelegt. Trotzdem soll der Umsatz in der Branche in diesem Jahr steigen. Die öffentlichen Bauinvestitionen geben allerdings Anlass zur Sorge.

Arbeiter auf einer Baustelle: Mehr Umsatz im öffentlichen Bau. ap

Arbeiter auf einer Baustelle: Mehr Umsatz im öffentlichen Bau.

BerlinDie deutsche Baubranche hält trotz des schwachen Starts wegen des kalten Winters an ihren Geschäftszielen für 2013 fest. Der nominale Umsatz dürfte um zwei Prozent auf 94,5 Milliarden Euro steigen, teilten die Verbände HDB und ZDB am Dienstag mit. Dies sei ehrgeizig, könne aber im Schlepptau der anziehenden Konjunktur erreicht werden. Nach drei Jahren des Jobaufbaus rechnen die Verbände damit, dass die Zahl der Beschäftigung bei 745.000 stagniert.

Der harte und lange Winter hatte im ersten Quartal deutlich mehr Baustellen lahmgelegt als üblich. "Die Lage zu Beginn des Baujahres 2013 sah alles andere als rosig aus", sagte der Präsident des mittelständischen ZDB, Hans-Hartwig Loewenstein. Die Erwartungen der Firmen für die kommenden Monate seien allerdings wieder positiver.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Im Wohnungsbau, der in den vergangenen Jahren für den meisten Schwung gesorgt hatte, hängt der Umsatz bisher zwar noch hinter dem Vorjahr zurück. Dank guter Auftragspolster und immer noch deutlich steigender Baugenehmigungen setzt die Branche aber darauf, in dieser Sparte den Umsatz in diesem Jahr um 3,5 Prozent zu steigern. Der Wirtschaftsbau dürfte ein Plus von einem Prozent beisteuern.

Im öffentlichen Bau erwartet die Branche wie bisher ein Umsatzplus von 1,5 Prozent. Mit Sorge blicken die Spitzenverbände der Bau-Lobby auf die Entwicklung bei den öffentlichen Bauinvestitionen: "Mit real knapp 26 Milliarden Euro fielen sie 2012 so niedrig aus wie noch nie seit der Wiedervereinigung." Der Höchststand von 1994 sei um ein Drittel unterboten worden, betonten Loewenstein und der Chef des Industrieverbands HDB, Thomas Bauer. Sie kritisierten, die seit 2005 gestiegenen Einnahmen des Staates aus Mineralölsteuer, Kfz-Steuer und LKW-Maut hätten sich nicht angemessen bei den Ausgaben der öffentlichen Hand für den Straßenverkehr niedergeschlagen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×