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02.09.2013

09:23 Uhr

Nach Protesten

Birkenstock verschiebt Werksschließung in Hessen

Exklusiv281 Arbeitsplätze sollten im hessischen Werk des Schuhherstellers Birkenstock dran glauben. Doch Politik und Gewerkschaft protestierten. Nun gibt das Traditionsunternehmen zwar nach, fühlt sich aber ungerecht behandelt.

„Wir finden es schade, dass mit einer Traditionsmarke so umgegangen wurde“: Birkenstock-Chef Oliver Reichert fühlt sich unfair behandelt.

„Wir finden es schade, dass mit einer Traditionsmarke so umgegangen wurde“: Birkenstock-Chef Oliver Reichert fühlt sich unfair behandelt.

Düsseldorf Der traditionsreiche Schuhersteller Birkenstock verschiebt nach massiven Protesten die vor zwei Wochen angekündigte Verlagerung eines Werks aus dem osthessischen Uerzell nach Görlitz in Sachsen um mehrere Monate. Grundsätzlich aber halte die Firmenspitze an dem Plan fest, sagte Geschäftsführer Oliver Reichert dem Handelsblatt (Montagausgabe). Statt einer Schließung des Standorts in Hessen laufen jetzt Gespräche mit Investoren, die Teile der Mannschaft übernehmen könnten.

„Wir sind 240 Jahre alt und haben daher eine dicke Haut. Aber wir finden es schade, dass mit einer Traditionsmarke so umgegangen wurde“, sagte Reichert. Arbeitnehmervertreter hatten den Wahlkampf im Bund und im Land Hessen genutzt, um Unterstützung für den Kampf gegen die Werksverlagerung bekommen. „Es fällt uns gerade sehr leicht, hochrangige Politiker zu finden, die das skandalisieren“, sagte Daniel Müller von der örtlichen IG Metall dem Handelsblatt.

Birkenstock habe Wachstumspläne, betonte Birkenstock-Chef Reichert. So solle die Stückzahl in den nächsten fünf bis acht Jahren verdoppelt werden. Die Zahl der Länder, in denen Birkenstock aktiv ist, solle von 80 auf 130 steigen, die Zahl der eigenen Läden von 25 auf bis zu 150. „Deshalb stellen wir neue Leute ein, gerade erst 30 Fachkräfte im Vertrieb, außerdem etliche in der Produktion“, sagte Reichert. „Um Arbeitsplatzabbau geht es uns überhaupt nicht. Für diese Kraftanstrengung brauchen wir jeden, den wir kriegen können.“

Birkenstock begründet die geplante Verlagerung von 281 Arbeitsplätzen damit, dass das alte Produktionsgebäude in Hessen mit drei Geschossen ineffizient sei, während in Görlitz eine firmeneigene Halle halb leer stehe. Zudem müsse Birkenstock in Görlitz keine Miete zahlen.

Von

cuk

Kommentare (7)

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leser

02.09.2013, 09:41 Uhr

....und in Görlitz kann man EU-Subventionen beantragen...

ODER?

Pro

02.09.2013, 10:21 Uhr

@ leser: NEIN- sie fließen automatisch, dafür sorgen Land und Stadtverwaltung

Account gelöscht!

02.09.2013, 10:38 Uhr

Wenn die wachsen wollen, darum gehen dann nicht beide Standorte? Kapiere ich nicht.

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