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14.04.2016

14:25 Uhr

Nachfolge im Familienunternehmen

Wenn die Digitalisierung Generationen spaltet

VonAnja Müller

Die Digitalisierung verschärft den Generationenkonflikt in vielen Familienunternehmen. 40 Prozent der Nachfolger sind laut einer Studie frustriert, weil sie mit ihren Ideen nicht durchdringen. Was tun?

Wie vernetzt muss Bierbrauen sein? PR

Karlsberg Brauerei

Wie vernetzt muss Bierbrauen sein?

DüsseldorfChristian Weber könnte man als Prototyp eines Unternehmensnachfolgers bezeichnen. Der Generalbevollmächtigte der Karlsberg Brauerei im saarländischen Homburg ist jung, international ausgebildet, weltweit vernetzt und als „Digital Native“ vertraut mit den neuesten Technologien.

Er gehört auch zu der überwältigenden Mehrheit der Nachfolger – 83 Prozent – die davon ausgeht, dass sich in den nächsten fünf Jahren die Geschäftsmodelle der Familienunternehmen grundlegend verändern werden. Das belegt eine internationale Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, für die 268 Nachfolger in Familienunternehmen aus 31 Ländern befragt wurden.

Der Generalbevollmächtigte der Karlsberg Brauerei will das Unternehmen für die Digitalisierung fit machen. PR

Christian Weber

Der Generalbevollmächtigte der Karlsberg Brauerei will das Unternehmen für die Digitalisierung fit machen.

Weber weiß, was auf die Familienunternehmen zukommt. Er hat in London studiert und bei Heineken und Nestlé gearbeitet – so wie insgesamt 70 Prozent der Nachfolger, die bereits Erfahrungen in anderen Unternehmen gesammelt haben. In Bezug auf die Digitalisierung sind sie ihren Eltern häufig überlegen. Und dadurch entsteht auch neues Konfliktpotenzial.

Knapp 30 Prozent der befragten Nachfolger urteilen, dass Familienunternehmen die technologischen Möglichkeiten zögerlicher nutzen als andere Konzerne. 40 Prozent fühlen sich frustriert, wenn es darum geht, die Elterngeneration von neuen Ideen zu überzeugen. „In puncto Digitalisierung sollte sich die ältere Unternehmergeneration von der jüngeren überzeugen lassen“, sagt Peter Bartels, PwC-Vorstandsmitglied und Leiter des Bereichs Familienunternehmen und Mittelstand. Nur 41 Prozent der Nachfolger sind davon überzeugt, dass ihre Digitalstrategie das Geschäftsmodell optimal unterstützt.

Christian Weber hat mit seinem Vater viel über Digitalisierung gesprochen. Er verließ sein Elternhaus mit 16 und kam mit 32 zurück. Das hat er nie bereut. Das Familienunternehmen beschäftigt 1400 Mitarbeiter und setzte 2014 mehr als 420 Millionen Euro um. Es sei spannend, solche Themen mit seinem Vater zu diskutieren, sagt Weber. „Reden wir nur über Kommunikation, integrierte Produktion, oder neue Geschäftsmodelle? Das waren die Fragen, die wir uns gestellt haben“, erzählt der heute 37-Jährige.

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