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15.07.2014

11:47 Uhr

Neues Zahlungssystem

Sepa stößt im Mittelstand auf wenig Gegenliebe

Unternehmen bleibt nicht mehr viel Zeit, um sich auf das neue Zahlungsverfahren Sepa einzustellen. Die meisten Mittelständler sind einer Umfrage zufolge fit für Sepa – aber nur wenige begeistert von dem Verfahren.

Viele Mittelständler sind mit dem europäischen Zahlungssystem Sepa unzufrieden. dpa

Viele Mittelständler sind mit dem europäischen Zahlungssystem Sepa unzufrieden.

BonnGut zwei Wochen vor dem Sepa-Start ist einer Umfrage zufolge die große Mehrheit (89 Prozent) der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland fit für das neue europäische Zahlungsverfahren. Nur weniger als zwei Prozent glauben, die Umstellung bis zum Stichtag am 1. August nicht mehr zu schaffen, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Postbank-Umfrage hervorgeht. Firmen und Vereine dürfen Lastschriften und Überweisungen in Euro dann nur noch im Sepa-Format mit der internationalen Kontonummer IBAN tätigen.

Die Begeisterung der Firmen hält sich allerdings in Grenzen: Nur etwa jedes sechste Unternehmen – vor allem größere Betriebe ab 20 Mitarbeiter – sieht der Umfrage zufolge Vorteile in dem Verfahren, mit dem der grenzüberschreitende Zahlungsverkehr in Europa erleichtert werden soll. Zugleich berichten größere Betriebe rund doppelt so häufig wie kleinere Firmen von höher als geplanten Umstellungskosten. Der Grund: Je größer die Zahl der Kontoverbindungen sei, desto höher seien die Kosten. Jedes dritte Unternehmen bezeichnet die um sechs Monate verlängerte Umstellungsfrist als hilfreich. An der Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov beteiligten sich 402 Unternehmen.

Sepa-Checkliste

Vorbereitungen für die Umstellung

Das Forschungsinstitut Ibi veröffentlicht auf der Internetseite www.sepa-wissen.de eine Checkliste zur Sepa-Einführung. Folgendes sollte nach Ansicht der Forscher erledigt werden.

Sepa-Verantwortlicher

Unternehmen sollten einen Sepa-Verantwortlichen als Ansprechpartner für alle Fragen benennen.

Auslandskonten

Sind die bestehenden Konten bei ausländischen Banken auf längere Sicht noch notwendig? Unternehmen sollten prüfen, ob die Konten nach der Sepa-Umstellung noch gebraucht werden.

Meldepflicht

Trotz Sepa gibt es gemäß der Außenwirtschaftsverordnung weiterhin eine Meldepflicht für grenzüberschreitende ein- und ausgehende Zahlungen.

IT-Systeme prüfen

Unternehmen sollten prüfen, ob ihre IT-Systeme die neuen XML-Formate verarbeiten können, die etwa bei der elektronischen Rechnungsabwicklung gebraucht werden.

Tests

Mit dem Zahlungsdienstleister sollten umfangreiche technische Tests durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass bei den Lastschriften alles glatt läuft.

Unterstützung

Wie können der Software-Lieferant oder die Bank die Sepa-Einführung unterstützen? Das sollten Unternehmen in Erfahrung bringen.

Datenvolumen

Die neuen Sepa-Formate erzeugen deutlich mehr Daten, darauf müssen die IT-Systeme vorbereitet werden.

Verwendungszweck

Der Verwendungszweck hat nur noch 140 statt 378 Stellen. Zudem dürfen mindestens bis zum 4. November 2013 keine Umlaute verwendet werden.

Ursprünglich war der 1. Februar 2014 der Stichtag. Doch weil die Umstellung noch nicht weit genug fortgeschritten war, verlängerte die EU-Kommission die Frist Anfang Januar um sechs Monate, um ein Zahlungschaos zu vermeiden. Verbraucher dürfen noch bis zum 1. Februar 2016 ihre bisherige Kontonummer und Bankleitzahl nutzen.

Nach jüngsten Angaben der Bundesbank wurden im Mai bei bereits fast 90 Prozent der Überweisungen in Deutschland das neue Verfahren genutzt. Bei den Lastschriften lag der Sepa-Anteil bei gut 82 Prozent. Der Euro-Zahlungsverkehrsraum Sepa („Single Euro Payments Area“) umfasst inzwischen 34 Länder, darunter die 28 EU-Staaten. Ziel ist, Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen grenzüberschreitend zu standardisieren und so zu beschleunigen.

Von

dpa

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