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23.02.2012

09:28 Uhr

Null Wachstum

Maschinenbau legt 2012 eine Pause ein

Die deutsche Wirtschaft muss in diesem Jahr auf den Maschinenbau als Wachstumslokomotive verzichten. Schwarzmalen will VDMA-Präsident Lindner aber trotz allem nicht: Es sei nur eine Verschnaufpause - und kein Abschwung.

Zahnräder an einer Druckmaschine. dpa

Zahnräder an einer Druckmaschine.

FrankfurtDer deutsche Maschinenbau hat seine rasante Aufholjagd vorerst beendet. Nach einem schwachen Jahresschluss 2011 hat der Branchenverband VDMA seine Prognose für 2012 gekappt. „Basierend auf der jüngsten Entwicklung des Auftragseingangs, der weiteren Unsicherheiten insbesondere in Europa, aber auch im Hinblick auf eine abflachende Konjunktur in China haben wir die Produktionsprognose für 2012 von plus vier Prozent auf null Prozent Wachstum revidiert“, sagte Verbandspräsident Thomas Lindner am Donnerstag in Frankfurt. Zwar gebe es erste Anzeichen dafür, dass sich die Geschäfte bald wieder belebten. „Gleichwohl können wir nicht ignorieren, dass der Maschinenbau nach einem beispiellosen Aufholprozess nahe an seinem zyklischen Höhepunkt ist.“

2011 legte die Produktion inflationsbereinigt um zwölf Prozent zu. Damit hat die Schlüsselindustrie ihren Zielwert verfehlt: Der VDMA hatte ein Plus von 14 Prozent vorhergesagt. Dabei wuchsen einige Teilbranchen extrem stark, der Bereich Werkzeugmaschinen legte um satte 38 Prozent zu. Am anderen Ende erlitten die verfahrenstechnischen Maschinen einen Einbruch um 32 Prozent.

Dass das Wachstum 2011 insgesamt schwächer ausfiel als erwartet, begründete Lindner mit dem enttäuschenden Dezembergeschäft, das nach vorläufigen Zahlen um 1,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau lag. Noch zuvor hatte die als Rückgrat der deutschen Wirtschaft geltende Branche nach der Wirtschaftskrise eine furiose Aufholjagd hingelegt. 2009 war die Produktion der stark auf den Export ausgerichteten Hersteller um ein Viertel eingebrochen. In den vergangenen beiden Jahren war sie insgesamt um 22 Prozent gestiegen. Vor allem die starke Nachfrage in Wachstumsstaaten wie China, Indien, Brasilien oder Russland hatte die Orderbücher anschwellen lassen.

In der Summe hat die mittelständisch geprägte Branche ihren Vorkrisenwert bei der Produktion von 196 Milliarden Euro noch immer nicht erreicht. Immerhin stieg die Produktion nach vorläufigen Zahlen 2011 wieder um 24 Milliarden Euro auf 187 Milliarden Euro, 2012 wird ein geringes Plus auf 188 Milliarden Euro erwartet.

Im Ausland sind Maschinen und Anlagen „Made in Germany“ weiter gefragt. Die Exporte stiegen bis Ende November um 14,5 Prozent. „Unsere zwanzig größten Märkte lagen alle im Plus“, sagte Lindner. Die Ausfuhren in die Euroländer hätten mit plus neun Prozent zwar unterdurchschnittlich angezogen. Angesichts der Unsicherheiten in einigen Ländern, die tendenziell die Investitionsbereitschaft der Kunden belaste, sei das aber mehr als gemeinhin erwartet. Der Maschinenbau macht rund 75 Prozent seines Geschäfts im Ausland, die wichtigsten Abnehmerländer sind China, USA, Frankreich und Russland.

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