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23.10.2014

14:57 Uhr

Obi, Karstadt & Co. setzen auf Shopkick

Die Anti-Amazon-Allianz

VonBritta Weddeling

Das Smartphone als Rabattkarte: Große Handelsketten wie Obi, Karstadt und Douglas wollen die Kunden mit der App Shopkick in die Geschäfte locken. Die Anti-Amazon-Allianz hofft auf einen Erfolg wie in den USA.

Einkauf mit dem Smartphone: Ab heute können Kunden von Obi, Karstadt und Douglas mit der App Shopkick Rabatte sammeln. obs

Einkauf mit dem Smartphone: Ab heute können Kunden von Obi, Karstadt und Douglas mit der App Shopkick Rabatte sammeln.

Smartphone-Nutzer können sich künftig den Besuch in einem Geschäft bezahlen lassen. Die Firma Shopkick aus dem kalifornischen Redwood City startet mit ihrer gleichnamigen App im deutschen Markt. Als Partner gewann Gründer Cyriac Roeding namhafte Unternehmen wie Obi, Karstadt, Douglas und Media Markt/ Saturn.

Der 41-Jährige stammt gebürtig aus Deutschland und wurde vom World Economic Forum in Davos 2013 als „Tech Pioneer“ ausgezeichnet. Zu seinen Motiven sagte der Unternehmer dem Handelsblatt: „Wir wollen die Kunden wieder in die Geschäfte der analogen Welt bringen. Wir sind die Anti-Amazon-Allianz.“

Die fünf Waren, die Kunden am liebsten bestellen

Quelle

Die Angaben stammen vom Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (Bevh) und beruhen auf den Umsätzen im Versand- und Onlinehandel im zweiten Quartal 2014.

Platz 5

Schuhe

Umsatz 2014: 604 Millionen Euro
Umsatz 2013: 1,1 Milliarden Euro

Platz 4

Hobby- und Freizeitartikel

Umsatz 2014: 665 Millionen Euro
Umsatz 2013: 509 Millionen Euro

Platz 3

Bücher

Umsatz 2014: 969 Millionen Euro
Umsatz 2013: 1,3 Milliarden Euro

Platz 2

Unterhaltungselektronik und Elektronikartikel

Umsatz 2014: 1,2 Milliarden Euro
Umsatz 2013: 960 Millionen Euro

Platz 1

Kleidung

Umsatz 2014: 2,6 Milliarden Euro
Umsatz 2013: 3 Milliarden Euro

Das Shopkick-Prinzip ist einfach, aber effektiv. Der Nutzer erhält beim Besuch eines Geschäfts Punkte („Kicks“) auf seinem Smartphone, egal ob er etwas kauft oder nicht. Beim Betreten des Ladens wird der Kunde über ein Verfahren registriert, das in jedem Laden für das menschliche Gehör nicht wahrnehmbare Audiosignale an die App schickt. Die Technologie erfasst den Eingangsbereich des Geschäfts, gibt aber keine Punkte für Anwender, die nur am Laden vorbeilaufen.

Liegen im Geschäft bereits Informationen zum Nutzer vor, kann der Händler zielgerichtete Angebote direkt auf das Smartphone senden oder den Kunden zu besonderen Schnäppchen lotsen– und damit das Kaufverhalten praktisch steuern.

Der Kunde entscheidet im Menü der App, wann sich das Programm aktiviert. Shopkick gibt die Daten seiner Nutzer nicht an Dritte weiter, der Händler erhält im Nachgang keine Bewegungsprofile oder andere Informationen von Shopkick. Er profitiert, weil der Kunde kauft, wenn er erstmal im Laden steht.

Eine Studie des Finanzdienstleisters Visa zeigte, dass ein Shopkick-Nutzer durchschnittlich 50 bis 100 Prozent mehr Geld ausgibt als ein anderer Einkäufer. In den USA erwirtschaftete Roeding für seine 15 Partner, darunter Großhändler wie Best Buy, Target, Macy's und 150 Markenartikler wie Samsung, Procter & Gamble, Pepsi, Nestlé, L'Oreal oder Kraft, Werte in Höhe von über einer Milliarde Dollar.

Kommentare (3)

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Herr wulff baer

23.10.2014, 18:07 Uhr

An diesem Beitrag kann man sehen, dass kaum einer der Autoren das Amazon-Prinzip verstanden hat.
Das größte online-Warenhaus der Welt beliefert seine Prime-Kunden innerhalb 24 Stunden mit allem, was man sich vorstellen kann.
Kein Mensch muß in einen Laden gehen, oder in viele Läden gehen, um einen Warenkorb völlig unterschiedlicher Produkte einzukaufen.
Die Bezahlmethode ist dabei völlig unwichtig.
Bei vielen Produkten ist Amazon Preisführer und Service und Kulanz gibt es nirgendwo besser, schon gar nicht in den Wegduckläden.

Herr Helmut Metz

23.10.2014, 18:34 Uhr

Richtig, vor allem aber: ich erspare mir viel Zeit und oft auch Frust durch Stau in verstopften Innenstädten, Parkplatzsuche respektive Wucher-Parkgebührabzocke.
Wo ich nicht problemlos mit dem Auto vorfahren und kostenlos parken kann, dort kaufe ich nicht mehr ein!!
Wenn viele Städter auf Öko-Trip sind und mehrheitlich beispielsweise die Grüne Pest wählen, die die Autofahrer aus den Innenstädten vertreiben will, dann sollen die sich über die zunehmenden Leerstände von Geschäften auch nicht wundern.
Natürlich bin ich auch bei Amazon ein gläserner Kunde, und es ist anzunehmen, dass die eine Direktleitung zur NSA haben - aber ich bestelle mir dort ja auch keine Bombenbastelanleitung.
Und wenn ich unbedingt etwas anonym kaufen will, dann bestelle ich mir das sowieso nicht bei Amazon und co.

Herr Nehal Devanowitch

23.10.2014, 19:17 Uhr

Ihre Aussagen sind sehr kurzdenkend und aus meiner Sicht extrem gefährlich. Was man als Amazonkunde erkennen muss ist das der Konzern absolut auf profit getrimmt ist und zwar um Galaxien mehr als jedes vergleichbares Unternehmen das ich kenne. Für viele Unternehmen sind einzelne Kunden wichtig, für Amazon spielt der einzelne Kunde aus meiner Sicht überhaupt keine Rolle. Wenn Sie als Kunde nicht in das Amazon profil passen fliegen Sie raus. Wenn Amazon in einem Bereich seine Macht etabliert hat nutzt es diese bis zum äußersten aus. Das heist Sie als Kunde werden, aus meiner Sicht, ausgepresst wie eine Zitrone. Natürlich haben Sie aktuell Vorteile beim Amazon Kauf, aber dies auf Kosten einer Bevölkerungsschicht deren Ausmaß Sie aus meiner Sicht deutlich unterschätzen. Selbstverständlich wird der Kunde sich frei umentscheiden wenn es Amazon zu weit treibt, wenn es ihm möglich ist frei zu entscheiden (was ich absehbar bezweifele) siehe die neue Amazon TV Box. Ich denke nicht das man 2 oder 3 Anbieterboxen haben wird. Ich sehe die Zukunft ähnlich der aktuellen Situation bei Ebooks. Hier werden Sie als aus meiner Sicht dummer Amazon Kunde gnadenlos abgezockt, und dann freuen sich diese Kunden noch das sie ein Kindle haben. Die Zukunft wird hoch interessant werden und bei der reduzierung der Marktmacht auf wenige Player unweigerlich in der Pleite aller führen. Oder glauben Sie an eine Markzwirtschaft bei einer Handvoll übrig gebliebener Player?

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