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11.01.2010

19:32 Uhr

Öffentlichkeitsarbeit

Wie Anwaltskanzleien zu starken Marken werden

VonJörg Lichter, Claudia Tödtmann, Karen Schumann

Ein einziges prominentes Mandat kann alles auf den Kopf stellen: Die Arcandor-Pleite machte Görg Rechtsanwälte auf einen Schlag bekannt. Im Kanzlei-PR-Ranking des Handelsblatts stand Görg noch vor einem Jahr auf Platz 46 – und katapultierte sich im neuen Ranking auf Platz eins. Wie Juristen durch medienwirksame Auftritte ihr Image polieren.

Sieger der fünften Handelsblatt-Studie über die Öffentlichkeitsarbeit der 50 Topkanzleien ist Insolvenzspezialist Klaus Görg. Quelle: dpa

Sieger der fünften Handelsblatt-Studie über die Öffentlichkeitsarbeit der 50 Topkanzleien ist Insolvenzspezialist Klaus Görg.

DÜSSELDORF. Bevor Klaus Görg das Arcandor-Mandat im Juni bekam, war die Sozietät mit den Paradedisziplinen Insolvenzen und Restrukturierungen nur einmal in der Presse aufgefallen – danach 189-mal.

Dies ergibt die neue Handelsblatt-Studie über die Öffentlichkeitsarbeit der führenden Wirtschaftskanzleien zusammen mit der Medienanalyseagentur Landau Media aus Berlin und der PR-Beratung Faktenkontor aus Hamburg. Die Studie wurde jetzt zum fünften Mal erstellt.

Ausgewertet wurden die 19 wichtigsten deutschen Tageszeitungen und Magazine wie „FAZ“, „Süddeutsche Zeitung“, „Welt“, „Financial Times Deutschland“, Handelsblatt, „Zeit“, „Spiegel“, „Stern“, „Wirtschaftswoche“ und „Capital“. Die Medienbeobachter erfassten redaktionelle Artikel, in denen ein Kanzleiname auftaucht sowie Gastkommentare aus der Feder von Anwälten. Die Basis der untersuchten Law Firms war dabei das aktuelle „Juve“-Ranking der renommiertesten Top-50-Kanzleien. Der untersuchte Zeitraum lag zwischen Anfang September 2008 und Ende August 2009.

Die Studie im Detail: Schlagartig wurde der Name Görg ab Juni 2009 landauf landab bekannt. Er zählte zwar schon vorher zu den Top-50-Namen in Deutschland, war dort aber eher im Mittelfeld angesiedelt. „Lichtgestalt“, „Graue Eminenz und knallharter Krisenmanager“ oder „Für die Ruhe im Chaos zuständig“ lauteten die überschwänglichen Headlines. Kritische Töne und Blessuren am Image folgten später, als im Herbst die Arcandor-Tochter Quelle wider Erwarten nicht zu retten war. Doch der Siegerplatz für Görg dürfte ein Ausreißer sein, reist die Kanzlei doch auf dem zwischenzeitlichen zugkräftigen Ticket namens Karstadt, Arcandor und Quelle. Auf Platz zwei, drei und vier folgen diejenigen, die im Vorjahr die ersten drei Sieger stellten und die seit Jahren Kontinuität an der Spitze beweisen: Freshfields (172 Artikel), Linklaters (169) und Clifford Chance (132). Ihnen folgt mit gehörigem Abstand Gleiss Lutz mit 96 Beiträgen.

Im Fünf-Jahres-Vergleich hat sich Heuking Kühn von Platz 22 auf 14 hochgearbeitet, Taylor Wessing von 17 auf zwölf und Allen & Overy von elf auf sieben. Abgestürzt ist Flick Gocke Schaumburg von Platz sechs auf 13, Lovells von vier auf acht und Hengeler Mueller von fünf auf neun. In dieser Zeit hat sich die Gesamtzahl der gefundenen Artikel um zwölf Prozent auf 1 886 erhöht.

Kommentare (1)

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aruba

12.01.2010, 08:21 Uhr

Guten Tag,.......Pleitegeier und Hyaenen umkreisen in den grossen Savannen Kadaver und beissen sich gegenseitig in die Waden um ein halbverfaultes verendetes Tier zu zerreissen . Da die " banker " ( nicht bankiers, das ist etwas ganz anderes ) als das niederste Getier anzusehen sind; moege der Teufel entscheiden welchen Ehrenkodex die Winkeladvokaten und Rechtsverdreher geniessen. besten Dank.

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