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10.10.2011

17:43 Uhr

Ökostrom-Abgabe

Mittelständische Industrie fordert Entlastung

Vertreter der mittelständischen Industrie sehen auf Grund der Ökostrom-Abgabe die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen gefährdet. Sie fordern eine Deckelung der Umlage.

Der deutsche Mittelstand fordert eine Entlastung bei der Ökostrom-Abgabe. dpa

Der deutsche Mittelstand fordert eine Entlastung bei der Ökostrom-Abgabe.

DüsseldorfDie mittelständische Industrie in Deutschland fordert eine deutliche Entlastung bei der Ökostrom-Abgabe. Die EEG-Umlage müsse für die Industrie auf zwei Cent je Kilowattstunde (kWh) gedeckelt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen und Planungssischerheit zu erhalten, forderten am Montag in Düsseldorf Vertreter des Wirtschaftsverbandes Stahl- und Metallverarbeitung (WSM), des Bundesverbandes der deutschen Gießerei-Industrie und des Gesamtverbandes textil+mode (t+m). Die drei Branchen setzen zusammen mit 900.000 Beschäftigten in rund 7000 Unternehmen 109 Milliarden Euro um und machen mehr als zehn Prozent des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland aus.

Die erwartete Steigerung der Umlage für Erneuerbare Energien um mindestens 0,3 Cent/kWh auf 3,8 Cent/kWh werde die Hälfte der Unternehmensgewinne aufzehren, Mittel für Investitionen würden dann fehlen, warnte Holger Ade vom WSM. „Wir halten eine Beteiligung der Industrie für richtig und wichtig, aber man muss die Kirche im Dorf lassen“, sagte Rolf Königs, Firmenchef des Mönchengladbacher Automobilzulieferers Aunde. Seit 2009 hätten sich für sein Unternehmen die Kosten für die Ökostrom-Umlage mehr als vervierfacht. „Wir sind inzwischen bei unseren Investitionen für Forschung und Entwicklung vorsichtig,“ betonte Königs. Aunde setzt an weltweit 87 Standorten 1,6 Milliarden Euro um.

Ökostrom wird durch staatlich garantierte Abnahmepreise gefördert, die die Netzbetreiber den Produzenten zahlen müssen. Da diese höher liegen als der Marktpreis für Strom, wird die Differenz von den Netzbetreibern auf alle Kunden umgelegt. Derzeit sind dies 3,5 Cent der etwas über 20 Cent pro Kilowattstunde, die ein Verbraucher zahlen muss. Kommenden Freitag wollen die Netzbetreiber - Tennet-, Amprion-, 50-Hertz- und EnBW -Transportnetze - die Umlage für das kommende Jahr bekanntgeben.

In Regierungskreisen wurde eine höhere Umlage unter der Voraussetzung für möglich gehalten, dass den Netzbetreibern 2012 gestattet werde, eine Reserve von zehn Prozent der Umlage zu bilden. Dies ist derzeit in der Diskussion, um Schwankungen von Jahr zu Jahr auszugleichen. Da sich beispielsweise im Nachhinein herausstellte, dass die Verbraucher 2010 zu wenig für die Umlage gezahlt hatten, mussten die vier großen Netzbetreiber zunächst in Vorleistung gehen. Erst mit der Umlage des nächsten Jahres kann dies wieder verrechnet werden.

Das Bundesumweltministerium hatte erklärt, es erwarte im Zuge der Energiewende keine Erhöhung der Ökostrom-Umlage, die von 2010 auf 2011 bereits kräftig gestiegen war.

Von

rtr

Kommentare (1)

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nicolo

13.10.2011, 10:27 Uhr

Gerade die Stahlindustrie profitiert auch vom EEG! So ist die in Deutschland beheimatete Windkraftindustrie einer der besten (und größten) Kunden der Stahlindustrie! Außerdem sorgen die EE durch den Merit-Order-Effekt maßgeblich dafür, dass die durchschnittlichen Strompreise an der Strombörse in den letzten Jahren gesunken (und nicht gestiegen) sind! Und nicht zuletzt sind gerade die Stromgroßverbraucher (<100 GWh p.a.) von der EEG-Umlage sowieso ausgenommen.

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