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28.03.2014

19:00 Uhr

Optik-Konzern

Thüringen will keine weiteren Jenoptik-Aktien

Viele Jahre war Jenoptik ein Thüringer Staatsunternehmen. Dann wurde der Optik-Konzern an die Börse gebracht. Eine Rückkehr zu alten Verhältnissen soll es trotz Aktienangeboten nicht geben.

Ein Mechatroniker justiert im Bereich Lasertechnik der Jenoptik AG einen Diodenlaser: Der Jenaer Optik-Konzern arbeitet nach der in dieser Woche vorgelegten Bilanz mit Gewinn und will seinen Aktionären eine Dividende von 20 Cent pro Aktie zahlen. dpa

Ein Mechatroniker justiert im Bereich Lasertechnik der Jenoptik AG einen Diodenlaser: Der Jenaer Optik-Konzern arbeitet nach der in dieser Woche vorgelegten Bilanz mit Gewinn und will seinen Aktionären eine Dividende von 20 Cent pro Aktie zahlen.

Jena/HamburgDas Land Thüringen will sein Aktienpaket beim Technologiekonzern Jenoptik nicht aufstocken. Ein Kauf weiterer Anteile von der österreichischen Unternehmerfamilie Humer sei nicht beabsichtigt, sagte der Sprecher des Finanzministeriums in Erfurt, Alexander Flachs, am Freitag auf Anfrage. Das „Manager Magazin“ hatte berichtet, Thüringen lote die Übernahme von Humer-Anteilen an Jenoptik aus. Die Unternehmerfamilie war vor etwa einem Jahrzehnt bei dem Konzern aus Jena als Großaktionär eingestiegen.

Vor einigen Jahren hatte die Familie bereits 11,0 Prozent ihrer Anteile an Thüringen verkauft. Die Beteiligung an dem TecDAX-Unternehmen wird von einer Tochter der Landesförderbank gehalten.

Nun sollen nach dem Bericht weitere 14,01 Prozent der Jenoptik-Aktien zum Verkauf stehen und Sondierungen mit Thüringen laufen. Das Land hätte bei einem Erwerb, für den nach aktuellem Aktienkurs etwa 105 Millionen Euro fällig wären, eine Sperrminorität und könnte Unternehmensentscheidungen beeinflussen oder eine mögliche Zerschlagung des Konzerns verhindern. Allerdings verfügt die Beteiligungsgesellschaft der Aufbaubank nach kürzlich vorgelegten Geschäftszahlen derzeit gar nicht über freies Kapital in dieser Größenordnung.

Laut „Manager Magazin“ soll Familienoberhaupt Rudolf Humer (70) einen Ausstieg bei Jenoptik anstreben. Der Konzern war Anfang der 1990er Jahre aus Teilen des DDR-Kombinats Carl Zeiss gegründet worden. Bis zum Börsengang 1998 war Jenoptik ein Thüringer Staatsunternehmen.

Der Jenaer Optik-Konzern arbeitet nach der in dieser Woche vorgelegten Bilanz mit Gewinn und will seinen Aktionären eine Dividende von 20 Cent pro Aktie zahlen. Das Unternehmen beschäftigt rund 3400 Mitarbeiter und hat 2013 einen Umsatz von rund 600 Millionen Euro erwirtschaftet.

Eine Sprecherin von Humers ECE Industriebeteiligungen sagte dem „Manager Magazin“: „Wir werden laufend hinsichtlich unseres Jenoptik-Engagements von verschiedenen Interessenten angesprochen.“ Zu Kontakten mit Vertretern Thüringens wollte sie sich nicht äußern.

Von

dpa

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