Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.01.2010

09:29 Uhr

Porträt

Lampendesigner will ganze Räume gestalten

VonStefanie Bilen

Eigentlich ist Tobias Grau Lampendesigner, doch bei Astra-Turm in Hamburg gestaltete er auch der Fußbodenbelag und die Möbel. Der Auftrag hat die Ansprüche des Designers gesteigert: Grau sucht neue Ertragsquellen und bietet jetzt auch Tische und Teppiche an.

Lampendesigner Tobias Grau bietet jetzt auch Tische und Teppiche an. (Quelle: pr) Tobias Grau GmbH

Lampendesigner Tobias Grau bietet jetzt auch Tische und Teppiche an. (Quelle: pr)

HAMBURG. Mit dem Bier-Turm hat es begonnen: Als das Hamburger Astra-Gebäude auf dem ehemaligen Gelände der Bavaria St. Pauli-Brauerei 2007 wiederaufgebaut werden sollte, baten die Bauherren von DWI Grundbesitz den Lampendesigner Tobias Grau, die gestalterische Leitung für den Innenbereich zu übernehmen. Der Astra-Turm nahe der Elbe galt Jahrzehnte als eines der Wahrzeichen der Hansestadt, nun sollte der Bau zumindest durch Ästhetik überzeugen.

Grau übernahm den eher ungewöhnlichen Auftrag als Innenarchitekt, wählte Fußbodenbeläge und Kacheln aus, sorgte für das richtige Licht und stattete die oberste Etage sogar mit Möbeln aus. Aus Mangel an passenden Angeboten auf dem Markt entwarf er Tische und Teppiche selbst.

Genau diese Möbel wird Grau am morgigen Dienstag auf der imm cologne vorstellen. „Es hat mir einen solchen Spaß gemacht, im gesamten Raum zu denken, dass ich diese Arbeit unbedingt fortsetzen möchte“, sagt er. Das neue Programm umfasst Arbeits-, Schreib- und Konferenztische sowie Teppiche, die ab kommendem Frühjahr lieferbar sein werden.

Ähnlich wie im Leuchtengeschäft liefern deutsche Zulieferbetriebe einzelne Bestandteile zu, die Tobias Grau am Unternehmenssitz in Rellingen am Stadtrand von Hamburg montiert. Die Summe der Investition für Werkzeuge und Vorarbeiten beziffert Grau, der das Unternehmen zusammen mit seiner Frau Franziska führt, auf 250 000 Euro.

Möbel-Verband lobt Designer

Der Betriebswirt, der sich durch Designkurse an der Parson School of Design in New York fortbildete, ist zuversichtlich, dass er sich trotz der schwierigen Situation in der Möbelbranche auch mit Tisch und Teppich am Markt durchsetzen wird. Erste Präsentationen vor Fachhändlern auf der imm im vorigen Jahr seien positiv aufgenommen worden, sagt er. Stimmen aus der Branche bestätigen ihn: „Tobias Grau ist zu einer Marke geworden, die für Ästhetik- und Qualitäts-Garantie steht“, sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM). Zudem hat Tobias Grau Erfahrung: Als er die Firma 1984 gründete, hat er neben den Leuchten auch Möbel für den Ladenbau entworfen.

Verkaufen will Grau die neuen Produkte über die etablierten Vertriebswege - seine sechs eigenen Läden und rund 350 Fachhandelskunden in Deutschland. Darin sieht Birgit Lohmann von der Beratung Simon, Kucher und Partner einen großen Pluspunkt: „Die Erweiterung ist ein Erfolg versprechender Schachzug, da der Vertrieb ebenso wie bei den Leuchten über den Weg des gehobenen Wohnfachhandels und an die selbe Zielgruppe erfolgen kann.“ Nun müsse Grau lediglich noch beweisen, dass er die Umsetzung inklusive Montage und Logistik hinbekomme.

Je nach Erfolg von Tisch und Teppich will Grau weitere Möbel auf den Markt bringen und so die Marke öffnen und damit auch Ertragspotenziale schaffen: Das Ende der Glühbirne habe die Verbraucher im vorigen Jahr so verunsichert, dass der Umsatz mit Lampen deutlich eingebrochen sei. Nur ein überdurchschnittliches Geschäft mit Büroleuchten habe das Jahr gerettet und einen Umsatz auf Vorjahresniveau ermöglicht, sagt der Chef des 120 Mitarbeiter-Hauses. Konkrete Zahlen nennt er nicht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×