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28.12.2011

12:00 Uhr

Printen-König Bühlbecker

Der Mittelständler und seine Nacktkalender

VonChristoph Kapalschinski

Weihnachtsgebäck stand immer schon für Verführung und Sünde. Lambertz-Eigner Bühlbecker widmet ihm nun einen Erotik-Kalender. Das Marketing mit nackter Haut scheint selbst bei Lebkuchen und Keksen zu funktionieren.

DüsseldorfEs ist eine grobe Geschmacklosigkeit: Zimtsterne, die Brustwarzen verbergen, dazu die spanische Schauspielerin Paz Vega in enger Stierkämpfer-Tracht neben Keksen. Der Kalender des Aachener Gebäckherstellers Lambertz eifert derart un-ironisch dem Pirelli-Kalender nach, dass es eine reine Freude für Freunde des gehobenen Trashs ist.

Hohe Summen investiert der Lebkuchen-Produzent Hermann Bühlbecker seit 2004 jedes Jahr in sein Neujahrspräsent. Zum Beleg seiner großen Mühen lässt er sich gerne selbst mit den Models in strenger Pose auf der zweiten Seite des Kalenders abbilden.

Der Reifenhersteller Pirelli verteilt schon seit 1964 seinen Kalender mit erotischen Aufnahmen an Kunden und Partner. Zum Jahreswechsel haben die Italiener damit ein besonderes Geschenk parat. Unter heterosexuellen männlichen Auto-Fans gehören nackte Frauen schon länger zur Garnierung der Technik - insofern lag der Gedanke nah, Kunden und Einkäufer so an die Marke zu binden.

Aber Kekse, Lebkuchen und Aachener Weihnachts-Printen? Ein Produkt zwischen Hausfrauen-Image und Familien-Idyll? Ein Sprecher von Lambertz verweist auf die angebliche Werbewirkung: „Durch die Mischung der Models ist das Medieninteresse und damit die Platzierung der Marke sehr hoch (von RTL bis „Aachener Zeitung“ berichten praktisch alle).“

Über Fotos in einer spanischen Kapelle habe sich sogar der Bischof von Sevilla aufgeregt. So schaffte es das Kalender-Bild auf die Internet-Seiten von CNN und NBC. „Das war allerdings nicht so gewollt!“, beteuert der Sprecher.

Was er nicht sagt: Im umkämpften Lebensmittelmarkt ist so ein Kalender als Geschenk an Einkäufer möglicherweise nützlich. Lambertz macht viel Umsatz mit Keksmischungen für die Eigenmarken des Handels - und ist damit vom Wohlwollen der Großkunden stark abhängig. Andererseits gelten für die Einkäufer strenge Regeln. So dürfen etwa Rewe-Mitarbeiter nur Sachgeschenke bis 35 Euro annehmen.

Kommentare (6)

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28.12.2011, 13:15 Uhr

Wo ist das Krümelmonster, wenn man es braucht?

Account gelöscht!

28.12.2011, 16:53 Uhr

Mir gefallen die Fotos!

Account gelöscht!

29.12.2011, 00:46 Uhr

Ich bin begeistert: Der Autor hat doch tatsäcjlich das einzige Paar Brüste zielsicher aus der Kollektion gefischt. Naja, wahrscheinlich hat er danach gesucht.

Seltsn so einen dämlich anzüglichen Artikel gelesen wie diesen. Wäre er von einer Frau, nun ja, dann wäre ich vielleicht weniger irritiert, aber so fällt die ganze Erbärmlichkeit einer offensichtlich verklemmten Autorenexistenz auf den Fingerzeiger selbst zurück.

Schon mal beim "Spiegel" nachgefragt? Die leben von so was.

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