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03.12.2015

18:09 Uhr

Reinhold Würth

Der Schraubenkönig und seine Kongresshalle

VonMartin-W. Buchenau

Reinhold Würth spendiert seiner Heimat für knapp 60 Millionen Euro eine Kongresshalle. Der 80-jährige Patriarch des Schraubenhändlers versorgt eine ganze Region mit Wohltaten – allerdings nach seinem Gusto.

Reinhold Würth und seine Frau Carmen lassen neben dem Werksgelände eine Kongresshalle bauen. PR

Spatenstich in Künzelsau

Reinhold Würth und seine Frau Carmen lassen neben dem Werksgelände eine Kongresshalle bauen.

KünzelsauWenn Reinhold Würth sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann zieht er es durch – auch wenn es etwas länger dauert. Seine Beharrlichkeit führt in der Regel zum Ziel. Vor über zehn Jahren hat er auf einem Blatt skizziert, wie er sich eine neue Kongress- und Kulturhalle, am besten noch mit angeschlossenem Museum, am Sitz seines Schrauben-Reiches in Künzelsau vorstellt.

Eigentlich sollte der Bau bereits 2007 beginnen. Doch dann kam die Finanz- und Wirtschaftskrise. Der Konzern verlor über eine Milliarde Euro Umsatz. Das Projekt wurde verschoben und abgespeckt. An seinem 80. Geburtstag in diesem April gab er dann endlich grünes Licht für das 58,5 Millionen Euro schwere Projekt.

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Reinhold Würth hat seinen 80. Geburtstag gefeiert. Das Sagen im Unternehmen hat er immer noch. Im Interview spricht Würth über sein Vermächtnis, seine Familie und die Schattenseite einer Jacht.

Am Mittwoch erfolgte der Spatenstich des vom renommierten Architekturbüro Chipperfield entworfenen Baus auf dem Acker neben dem Stammsitz des Unternehmens in Künzelsau-Gaisbach im Nordosten Baden-Württembergs. Pünktlich zum 80. Geburtstag seiner Frau Carmen am 18. Juli 2017 soll das Forum fertig werden. Es trägt den Namen der Gattin. „So ganz neben der Kappe ist es nicht“, verteidigt Würth in der ihm eigenen Art sein Lieblingsprojekt. In der Kultur- und Kongresshalle könnten immerhin auch vierwöchige Hausmessen stattfinden, Mitarbeiterveranstaltungen oder kleinere Sportereignisse und Konzerte.

Die Fläche umfasst insgesamt etwa 11.000 Quadratmeter. Geplant sind eine Veranstaltungshalle, die für 2500 Sitzplätze ausgelegt ist, sowie ein Kammerkonzertsaal, der 500 Besucher fasst. Das Foyer und die Galerie bieten ebenfalls Platz für rund 500 Sitzplätze. Der Vorplatz vor dem Haupteingang dient als Forum für Freiluftveranstaltungen wie beispielsweise das jährlich stattfindende Würth Open Air für über 10.000 Menschen.

Bei der operativen Führung des Schraubenhändlers war die Begeisterung für das Projekt deutlich weniger ausgeprägt als beim Firmen-Patriarchen. Kein Wunder. Denn obwohl die Finanz- und Wirtschaftskrise längst überwunden ist und Würth in diesem Jahr wohl erstmals über 11 Milliarden Rekordumsatz erzielen wird, wie Bernd Herrmann, Mitglied der Konzernführung der Würth-Gruppe bestätigte, muss das Projekt aus den Gewinnen des Unternehmens finanziert werden.

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