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20.04.2015

09:03 Uhr

Reinhold Würth wird 80

Ein Imperium auf Schrauben gebaut

Er gilt als einer der reichsten Menschen Deutschlands, ist für scharfe Worte bekannt und hat ein Imperium aus Schrauben aufgebaut: Reinhold Würth wird 80. Bei seiner Geburtstagsfeier dürfte er braun gebrannt sein.

Der baden-württembergische Unternehmer feiert seinen 80. Geburtstag. dpa

Reinhold Würth

Der baden-württembergische Unternehmer feiert seinen 80. Geburtstag.

KünzelsauWenn Reinhold Würth auf sein Leben zurückblickt, gibt es nicht viel, das er rückgängig machen möchte. „Eigentlich bei den großen Entscheidungen nicht“, erzählt der als „Schraubenkönig“ bekannte Unternehmer aus dem baden-württembergischen Künzelsau. „Gleichwohl hätte ich ab und an gern einen zu scharf formulierten Satz zurückgeholt.“

Tatsächlich ist Würth, der am 20. April seinen 80. Geburtstag feiert, für deutliche Worte bekannt. Zuletzt rief er etwa die Außendienstmitarbeiter des gleichnamigen Handelskonzerns in einem Brandbrief auf, früher beim Kunden zu sein. „Bewirkt hat es sicher was“, meint er. „Wenn ich in meinem Alter noch so früh arbeiten kann, dann können die das auch.“ Auch zur Fußball-WM äußerte er sich jüngst besorgt über die Arbeitsmoral der Vertriebler.

Stationen im Leben von Reinhold Würth

Der „Schraubenkönig“

Der als „Schraubenkönig“ bekannte Unternehmer Reinhold Würth feiert am 20. April seinen 80. Geburtstag. Wichtige Stationen seines Lebens im Überblick:

1935

Geburt am 20. April im baden-württembergischen Öhringen.

1945

Vater Adolf Würth gründet in Künzelsau eine Großhandelsfirma für Schrauben.

1954

Nach dem Tod seines Vaters übernimmt er die Geschäftsleitung.

1962

Würth gründet in den Niederlanden die erste Auslandstochter.

1960er

Erste Aktivitäten als Kunstsammler.

1994

Zum 1. Januar scheidet er aus der operativen Geschäftsführung aus und übernimmt den Beiratsvorsitz.

2006

Würth übergibt den Beiratsvorsitz an seine Tochter Bettina.

2014

65-jähriges Arbeitsjubiläum.

Er selbst ist harte Arbeit von klein auf gewohnt: Sein Vater meldete ihn als 14-Jährigen von der Schule ab, um ihn als Lehrling auszubilden. Reinhold Würth war damals der zweite Mitarbeiter des Würth-Konzerns - heute ein Imperium aus Schrauben und Dübeln mit einem Umsatz von rund zehn Milliarden Euro.

„Er hat mich gedrillt, ab und an gab's etwas hinter die Löffel, aber heute bin ich dankbar“, sagt Würth rückblickend über seinen Vater. Nach dessen Tod übernahm er die Schraubengroßhandlung mit 19 Jahren. Im vergangenen Herbst feierte er sein 65-jähriges Arbeitsjubiläum.

Nur „Schraubenkönig“ lässt er sich nicht gern nennen. „Erstens bin ich kein König. Und zweitens ist ein König von Schrauben ja auch nicht sehr schmeichelhaft“, sagt er über seinen Beinamen.

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