Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.02.2007

10:01 Uhr

Rekordbudget

Saudis zünden Investitionsfeuerwerk

VonAndrea Nüsse

Ausländische Geschäftsleute geben sich in Saudi-Arabien mittlerweile die Klinke in die Hand. Denn das ölreiche Königreich veranstaltet ein wahres „Investitionsfeuerwerk“. Die positive Entwicklung macht sich auch in den deutsch-saudischen Handelsbeziehungen bemerkbar.

Die Saudis sind an deutschen Investitionen interessiert. Foto: ap

Die Saudis sind an deutschen Investitionen interessiert. Foto: ap

KAIRO. Für das Steuerjahr 2006 hat Saudi-Arabien ein Rekordbudget in Höhe von 89,3 Mrd. Dollar verabschiedet, die in Infrastrukturprojekte (Häfen, Städte, Straßen, Schienennetz) und den Ausbau des Gesundheits- und Erziehungswesens fließen sollen. Dies kann sich der Golfstaat, der auf den größten bekannten Erdölreserven sitzt, erlauben, nachdem 2006 die Erdöleinnahmen 180 Mrd. Dollar betragen hatten. Die Staatsverschuldung wurde in den vergangenen Jahren auf etwa 20 Prozent des Bruttosozialprodukts gesenkt, nachdem sie im Rekordjahr 1999 bei 119 Prozent gelegen hat. Die Auslandsreserven der Zentralbank stiegen 2006 von 63 auf 216 Mrd. Dollar. Die wirtschaftlichen Aussichten bleiben gut, auch wenn das Wirtschaftswachstum 2006 von 5,8 Prozent in diesem Jahr wohl nicht wieder erreicht werden kann.

Diese positive Entwicklung macht sich auch in den deutsch-saudischen Handelsbeziehungen bemerkbar: 2005 betrug das Volumen des bilateralen Handels 5,4 Mrd. Dollar. Damit ist Deutschland der größte Handelspartner der Monarchie in Europa – und steht weltweit an dritter Stelle hinter den USA und Japan. Die Importe aus Deutschland beliefen sich auf vier Mrd. Dollar – ein Plus von 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Deutschland importierte 2005 Erdöl, petrochemische Produkte und Gas im Wert von einer Milliarde Dollar.

Doch Riad ist auch an deutschen Investitionen interessiert. Der Leiter der Investitionsbehörde SAGIA, Amr Al-Dabbagh, verkündete kürzlich, dass er deutsche Investitionszusagen über 300 Mill. Dollar erhalten habe. Führend sei dabei Daimler-Chrysler, hieß es. Auch für den Mittelstand eröffnen sich Perspektiven: Die Chancen für den Einstieg auf dem „enorm wachsenden Markt“ schätzt der Leiter des deutschen Verbindungsbüros für wirtschaftliche Entwicklung (Gesalo) der Auslandshandelskammer in Riad, Gerd Doepner, „so gut wie noch nie“ ein.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×