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27.10.2013

17:33 Uhr

Renommierte Auszeichnung

Umweltpreis für zwei Öko-Unternehmerinnen

„Powerfrauen für den Umweltschutz“: Zwei Unternehmerinnen haben für ihr Engagement den Deutschen Umweltpreis erhalten. Die eine gründete den ersten Ökostromanbieter, die andere etablierte Hanf als natürlichen Baustoff.

Reaktion auf Tschernobyl: Ursula Sladek gründete nach der Reaktorkatastrophe den ersten deutschen Ökostromanbieter. Dafür erhält sie den renommierten Umweltpreis. dpa

Reaktion auf Tschernobyl: Ursula Sladek gründete nach der Reaktorkatastrophe den ersten deutschen Ökostromanbieter. Dafür erhält sie den renommierten Umweltpreis.

OsnabrückDie zwei Öko-Pionierinnen Ursula Sladek und Carmen Hock-Heyl haben den Deutschen Umweltpreis erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck überreichte die mit insgesamt 500.000 Euro dotierte Auszeichnung am Sonntag in Osnabrück an die beiden süddeutschen Unternehmerinnen.

Die 67-jährige Sladek hat nach der Tschernobyl-Katastrophe aus einer Bürgerinitiative heraus den ersten Ökostromanbieter Deutschlands gegründet, die Elektrizitätswerke Schönau im Schwarzwald. Die 58 Jahre alte Hock-Heyl ist die Gründerin und Geschäftsführerin der Firma Hock in Nördlingen, die Hanf als Naturdämmstoff auf dem Markt etabliert hat. Der Preis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt ist die höchstdotierte Umweltauszeichnung Europas.

Die Preisträgerinnen hätten bewiesen, wie Ökologie und Ökonomie Hand in Hand gehen könnten, sagte Gauck. Sie seien ein Beispiel dafür, dass heute Umweltschutz nicht mehr ideologisch geprägt, sondern mit Ermutigung und Freude verbunden sei. Er schlug den Bogen zur Diskussion um die Energiewende. „Sie muss für Produzenten und Verbraucher wirtschaftlich tragfähig sein“, betonte er.

Carmen Hock-Heyl stellt mit ihrer Firma Hock Dämmstoffe aus natürlichen Materialien her. DBU - Daniel Karmann

Carmen Hock-Heyl stellt mit ihrer Firma Hock Dämmstoffe aus natürlichen Materialien her.

Die Energiewende werde nicht ohne Debatten und auch Streit zu haben sein, fügte Gauck hinzu. „Was wir vor allem brauchen, sind engagierte Bürger, die mit Argumenten für ihre Überzeugungen eintreten, leidenschaftlich, aber nicht dogmatisch und kompromisslos“, so der Bundespräsident.

Der frühere Bundesumweltminister und ehemalige Chef des UN-Umweltprogramms Unep, Klaus Töpfer (CDU), sagte, auf Deutschland laste weltweit die Erwartungshaltung, dass die Energiewende gelinge. Scheitere sie, sei das ein gravierender Imageschaden für die Bundesrepublik als Industrienation: „Die Breite der Bevölkerung will die Energiewende.“ Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) forderte, die neue Bundesregierung müsse ein eigenes Energieministerium schaffen, bei dem alle Fäden zusammenliefen.

Der Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, Heinrich Bottermann, würdigte die beiden Preisträgerinnen als „zwei Powerfrauen für den Umweltschutz“. Beide hätten große Widerstände überwunden, bis sie ihre Ideen durchgesetzt hätten. „Sie sind Vorreiterinnen mit Pioniergeist.“

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