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01.06.2014

15:51 Uhr

Ritter Sport

„Wir hätten zumachen müssen“

ExklusivDem Schokoladenhersteller Ritter Sport hätte das Ende gedroht, wenn sich die Stiftung Warentest im Streit um die angebliche Verwendung künstlicher Aromen durchgesetzt hätte. Nun geht es bei Ritter wieder aufwärts.

Der Streit zwischen Ritter Sport und der Stiftung Warentest dreht sich um Nuss-Schokoladen. dpa

Der Streit zwischen Ritter Sport und der Stiftung Warentest dreht sich um Nuss-Schokoladen.

DüsseldorfDas Familienunternehmen Ritter Sport nimmt die Stiftung Warentest unter Beschuss. „Von einem Institut, das Verbraucher beraten will, wünsche ich mir mehr emotionale Nähe zur Wahrheit“, sagte der Chef, Alfred Ritter, im Interview mit dem Handelsblatt (Montagsausgabe). Es war das erste Interview nach dem Debakel mit den Warentest-Prüfern aus Berlin. Nach einem negativen Test im November habe das Unternehmen „ganz tief in den Abgrund geschaut“, sagt Ritter. „Ich gehe davon aus, dass wir ohne diesen Test mehr verkauft hätten – das kann ich aber nicht juristisch beweisen.“

Die Stiftung Warentest hatte die „Vollnuss“-Schokolade von Ritter Sport im November 2013 mit „mangelhaft“ bewertet, weil sie den Aromastoff Piperonal enthielt. Die Tester behaupteten, dass der Stoff nur künstlich hergestellt werden könnte und warf dem Unternehmen Falschdeklaration vor, da es damit wirbt, nur natürliche Aromen zu verwenden.

Ritter Sport – rund ums Quadrat

Warum eine quadratische Tafel?

Die quadratische Tafel existiert bereits seit 1932. Die viereckige Form dachte sich die Oma vom jetzigen Firmenchef Alfred T. Ritter aus, wie das Unternehmen berichtet.

Snack

Sie beobachtete im Jahr 1932 Menschen auf dem Weg zum Fußballplatz in Waldenbuch, die Schokolade als Snacks für die Spielpause in die Jackentaschen steckten.

Sportjackett

„Die Tafeln haben immer oben rausgeschaut und sind leicht zerbrochen“, erzählt der heutige Chef Alfred T. Ritter. „Meine Großmutter wollte eine Tafel machen, die ins Sportjackett passt.“

Quadratisch

Die Schokolade, die sie daraufhin ihrer Familie präsentierte war quadratisch und dicker als die üblichen, länglichen 100-Gramm-Tafeln.

Wo wird die Schokolade produziert?

Es gibt nur eine Fabrik für die quadratische Schokolade: den Standort in Waldenbuch bei Böblingen. An dem soll auch festgehalten werden.

Vorteile der Produktionsstätte

Hohe Sicherheit, gute Infrastruktur und motivierte Mitarbeiter sind laut Gründer-Enkel Alfred T. Ritter die Vorteile der schwäbischen Produktionsstätte.

Credo

Dies wiege niedrigere Lohnkosten im Ausland mehr als auf. Mitarbeiter bezeichnet Ritter als Freunde. Sein Credo: „Bei Schokolade schmeckt man, wie es den Leuten geht, die sie produzieren.“

Wo wird Ritter Sport verkauft?

Mittlerweile kann die quadratische Schokolade in über 90 Ländern weltweit gekauft werden. Vor allem auf dem europäischen Markt ist Ritter Sport stark vertreten. In den nächsten Jahren möchte die Alfred Ritter GmbH aber noch weiter expandieren, so eine Sprecherin.

Ritter Sport zog gegen diese Behauptung der Tester vor Gericht. Das Landgericht München untersagte der Stiftung im Januar in einer einstweiligen Verfügung, diese Behauptung zu wiederholen. „Hätte sich die Stiftung Warentest durchgesetzt, wäre das unser Ende gewesen“, sagt Alfred Ritter. „Der Handel hätte uns aus den Regalen genommen.“

Ritter würde wieder vor Gericht ziehen, sagte er. „Sonst hätten wir zumachen müssen. Das war ein echter Anschlag auf ein über 100-jähriges Familienunternehmen.“

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

02.06.2014, 12:31 Uhr

Ja,ja die "Stiftung Warentest",die Hälfte der Tests kann man getrost vergessen.
Der Ableger "Finanztest" ist nicht viel besser,ich weiß noch,wie sie um die Jahrtausendwende so manchen Fonds empfahlen,der sich am Ende als totaler Flop erwies.

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