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13.10.2014

16:22 Uhr

Rocket-Investment Shopwings

Einkaufen für Fleißige und Faule

VonLisa Hegemann

ExklusivBisher kaufen die Deutschen selten Lebensmittel im Netz. Zwei Start-Ups wollen das mit ihrem Zustelldienst ändern. Für die Konsumenten könnte es noch bequemer werden, für die Gründer wird es ein Wettlauf gegen die Zeit.

Warum die Samwer Brüder auf Lebensmittel im Netz setzen

Video: Warum die Samwer Brüder auf Lebensmittel im Netz setzen

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DüsseldorfDas eine startet in Konstanz, das andere in München. Das eine ist privat finanziert, hinter dem anderen steht der Inkubator Rocket Internet. Und doch haben die beiden Start-ups Shopsters und Shopwings eines gemein: Sie wollen den Lebensmitteleinkauf verändern – mit einem fast identischen Konzept.

Die beiden Gründungen wollen das schaffen, womit sich der Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland noch schwer tut: den Wocheneinkauf per Mausklick alltagstauglich machen. Die Zielgruppe beider Start-ups: stark eingebundene Berufstätige, Alleinerziehende, Familien, ältere Menschen – oder einfach jene, die zu faul zum Einkaufen sind und stattdessen lieber ein gutes Buch lesen.

Während sich Shopsters noch in der Testphase befindet, ist Shopwings am Montag an den Start gegangen. Zwar bieten auch Einzelhandelsriesen wie Rewe oder Edeka bereits Lieferdienste an. Doch Shopwings und Shopsters versprechen, nicht nur für den Konsumenten, sondern auch für den Einzelhandel hilfreich zu sein. Aber es ist sehr wahrscheinlich, dass sie sich dabei in die Quere kommen.

Ihre Lebensmittel kaufen die deutschen Konsumenten bislang nur selten im Netz. Zahlen des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel (Bevh) zeigen, dass lediglich 2,1 Prozent der Bestellungen auf Lebensmittel fallen. Im stationären Handel liegt der Anteil des Lebensmitteleinzelhandels nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) bei mehr als 50 Prozent.

Dass noch Potenzial im Netz liegt, daran zweifelt niemand. Auch Edeka und Rewe gehen längst mit dem Trend und bieten ihre Lebensmittel auch auf ihren Internetportalen feil. Das Problem: Die Einkäufe kommen frühestens am nächsten Tag. Edeka behält sich sogar Lieferzeiten von einem bis drei Werktagen vor.

Shopsters und Shopwings wollen diesen Service schneller anbieten. Und sie wollen das Onlinegeschäft mit dem Lebensmitteleinzelhandel verbinden. Ihre Idee ist einfach: Über die Onlineportale können Kunden ihre Einkäufe bestellen und bezahlen, genau wie bei Edeka oder Rewe. Der Unterschied: Sie sollen spätestens innerhalb von einer Stunde (im Fall von Shopsters) beziehungsweise zwei Stunden (Shopwings) geliefert werden.

Möglich macht das nicht etwa die Post, sondern ein sogenannter persönlicher Shopper: Ein freier Mitarbeiter kauft ganz normal beim Einzelhändler ein und kann die Einkaufstüte binnen kurzer Zeit zum Kunden bringen. Der Supermarkt kommt nach Hause – soweit die Theorie.

Für den Konsumenten soll der Einkauf bequem sein. „Wir sparen dem Kunden Zeit“, sagt Shopwings-Mitgründer Florian Jaeger Handelsblatt Online.

Kommentare (8)

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G. Nampf

13.10.2014, 17:06 Uhr

Tut mir schrecklich leid, aber um meine Lebensmittel zu kaufen, bewege ich mich weiterhin in ein Geschäft, denn:

- ich will sehen, was ich bekomme
- ich will frische Lebensmittel anstatt Lebensmittel kurz vor dem MHD
- ich entscheide gern spontan, was ich kaufen will

Herr wulff baer

13.10.2014, 17:19 Uhr

Wenn es sowas auf dem flachen Land gäbe und dann mit Discoutern wie Aldi und Lidl, könnte trotz einer höheren Zustell-Gebühr die Idee funktionieren, denn viele Leute scheuen die weite Anfahrt und bei den Alten ohne Internet könnte ein Order-Katalog mit dem begrenzten Sortiment der Discounter die telefonische Bestellung ermöglichen.

Herr Thomas Ungläubig

13.10.2014, 18:51 Uhr

Wir beziehen bereits seit ca. 2 Jahren BIO-Lebensmittel von einem Online-Anbieter aus unserer Region (einige Familien aus unserer Nachbarschaft teils schon länger). Frischere Ware habe ich weder in einem Supermarkt noch auf den Wochenmärkten gefunden. Die Wochenmarkt-Beschicker karren doch auch ihre angeblich frische Ware von einem Ort zum andern. Oder was glauben Sie, wie oft die angeblich frische Ware in den Supermärkten vom Kühlhaus ins Regal hin und her wandert im Lauf der Woche. Wenn Sie dann am Wochenende Ihren Einkauf tätigen, was glauben Sie was Sie da teilweise bekommen? Fragen Sie mal Angestellte aber sichern Sie ihnen unbedingt Anonymität zu.

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